Journalistenkomitee verurteilt Aktion gegen "Stimme Palästinas"

20. Jänner 2002, 10:20
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"Verwerflicher Angriff"

Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) hat die Sprengung des Hauptgebäudes des offiziellen palästinensischen Rundfunks "Stimme Palästinas" durch die israelische Armee verurteilt. Die Direktorin des Komitees, Ann Cooper, bezeichnete die Aktion am Samstag in New York als "verwerflichen Angriff". "Rundfunk- und Fernsehstationen sind zivile Einrichtungen und deswegen durch internationales Recht vor militärischen Angriffen geschützt", erklärte sie.

Rundfunk setzt seine Sendungen fort

Israelische Pioniere hatten Samstag früh in Ramallah die oberen Stockwerke des Gebäudes der "Stimme Palästinas" gesprengt, die anschließend in Flammen aufgingen. Die Aktion der israelischen Armee fand einen Tag nach dem jüngsten Terroranschlag eines palästinensischen Extremisten in der nordisraelischen Stadt Hadera statt, bei dem sechs israelische Gäste einer jüdischen Konfirmationsfeier (Bat Mitzwa) und der Täter getötet wurden.

Ungeachtet der Zerstörung setzte der Rundfunk seine Sendungen am Samstag aus örtlichen Studios mehrerer Privatsender fort. Bereits im Dezember hatten die Israelis in Vergeltung für einen Terroranschlag eine Sendeanlage des palästinensischen Rundfunks demoliert. Seither können die Sendungen der "Stimme Palästinas" nur noch über örtliche UKW-Sender ausgestrahlt werden. (APA/dpa)

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