Gastspiel des Berliner Ensembles in Teheran gesichert

20. Jänner 2002, 21:51
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Peymanns "Richard II." darf aufgeführt werden

Berlin/Teheran - Nach anfänglichen Irritationen ist das Gastspiel von Claus Peymanns Berliner Ensemble in Teheran an diesem Montag gesichert. Der iranische Zoll hatte zunächst die Dekorationen für Shakespeares "Richard II." in Peymanns Regie länger festgehalten als geplant, so dass der Beginn der Probenarbeiten verschoben werden musste. "Ich musste erst mit der Faust auf den Tisch schlagen und mit unserer Abreise drohen", schreibt Peymann in seinem Reisetagebuch in der "Berliner Morgenpost" (Montagausgabe).

Peymann plant im Gegenzug zu dem Fadjr-Theaterfestival in Teheran künftig "Tage des iranischen Theaters" in Berlin. Für das Teheraner Gastspiel musste die Inszenierung von "Richard II." teilweise umgearbeitet werden. Der Text blieb ungestrichen, aber eine Kuss-Szene müsse jetzt "pantomimisch" dargestellt werden, berichtete der Regisseur. Außerdem habe man die Kostüme ändern müssen, da im Iran keine nackte Haut auf einer Theaterbühne zu sehen sein dürfe.

Trotz aller Probleme "ist es wichtig, dass solche Festivals stattfinden können, und dass Deutschland sie fördert", meinte Peymann. Gerade jetzt, wo die Welt sich nach dem 11. September wieder verdunkele, "scheinen mir Begegnungen dieser Art nötiger als je zuvor". (APA/dpa)

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