Schwere Gefechte in Ramallah und Tulkarem

20. Jänner 2002, 09:52
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Schüsse auch vor Arafats Hauptquartier

Ramallah - In der von Israel teil-besetzten autonomen Palästinenserstadt Ramallah ist es am Samstagabend zu zum Teil heftigen Schußwechseln zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern gekommen. Augenzeugen berichteten, dass die Palästinenser das Feuer eröffneten, als die Israelis Panzer im Stadtteil Pira, nahe dem Stadtzentrum verlegten. Kurz darauf hätten israelische Soldaten vor dem Hauptquartier von Palästinenserpräsident Yasser Arafat zu schießen begonnen. Panzer hätten aus ihren Kanonen ebenfalls das Feuer eröffnet. Ob bei den Gefechten Menschen verletzt oder getötet wurden, war zunächst nicht bekannt.

Bereits am Freitagabend war es in der Stadt zu Demonstrationen gekommen, in deren Verlauf mehrere Palästinenser von den Israelis angeschossen und zum Teil schwer verletzt wurden. Auch in Tulkarem im Norden des Westjordanlandes, kam es am Abend zu Gefechten zwischen Israelis und Palästinensern. Die Armee zog nach palästinensischen Berichten mehr Panzer in besetzten Teilen der Stadt zusammen. Von Seiten der Armee wurde dies zunächst nicht bestätigt.

Israel war am Freitagmorgen in mehrere Stadtteile von Ramallah eingerückt und steht seither mit mehreren Panzern in unmittelbarer Nähe des Hauptquartiers von Palästinenserpräsident Arafat. Der Einmarsch folgte dem Terroranschlag eines palästinensischen Extremisten in der nordisraelischen Stadt Hadera, bei dem am späten Donnerstagabend sechs Israelis und der Tätet erschossen wurden. Die meisten palästinensischen Städte im Westjordanland stehen seit Anfang der Woche wieder unter einer vollen militärischen Blockade.

Armee bestreitet Besetzung von Dorf bei Tulkarem

Die israelische Armee hat am Samstagabend Berichte zurückgewiesen, israelische Panzer hätten Teile der autonomen Stadt Tulkarem im Westjordanland besetzt. Palästinensische Augenzeugen hatten berichtet, dass mehrere israelische Panzer in das Dorf Iktaba nahe der Stadt eingedrungen seien, das unter palästinensischer Kontrolle steht. Ein Armeesprecher bestätigte lediglich, dass es am Rand der seit vergangenem Dienstag wieder von der Armee blockierten Stadt im Norden des Westjordanlandes zu Truppenbewegungen gekommen sei.

In der autonomen Stadt Ramallah, nördlich von Jerusalem, lieferten sich militante Palästinenser und israelische Soldaten am Abend längere Schießereien, bei denen die Israelis auch Panzergranaten abgeschossen hätten. Dies berichteten palästinensische Augenzeugen. Ob dabei Menschen verletzt oder getötet wurden, war zunächst nicht bekannt. (APA/dpa)

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