Arafat erklärt sich zum "Märtyrertod" bereit

21. Jänner 2002, 14:10
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Palästinenser-Präsident bittet Moskau um Hilfe

Moskau - Palästinenser-Präsident Yasser Arafat sagte am Montag in Ramallah vor einer Gruppe palästinensischer Intellektueller, er sei in seinem Kampf für einen unabhängigen Staat Palästina mit der Hauptstadt Jerusalem zum "Märtyrertod" bereit. "Möge Gott mir die Ehre des Märtyrertums zuteil werden lassen in meiner Standhaftigkeit", sagte Arafat, dessen Amtssitz von israelischen Panzern eingekreist ist.

Arafat hat am Montag die russische Führung um Hilfe bei der Suche nach einer Konfliktlösung im Nahen Osten gebeten. In einem Schreiben, das der diplomatischen Vertretung Russlands in Palästina überreicht wurde, verwies Arafat nach Angaben der Moskauer Agentur Interfax auf die "höchst gefährliche Situation, die durch die Aggression Israels gegen die palästinensischen Territorien entstanden" sei.

Der palästinensische Missionschef in Moskau, Hairi al Oridi, bestätigte den Vorstoß Arafats. "Wir wenden uns an die Russische Föderation mit der Bitte, sie möge sich bemühen, die Lage in Nahost aus der Sackgasse herauszuführen", sagte der Diplomat. Er erinnerte daran, dass Russland als Rechtsnachfolger der UdSSR zusammen mit den USA Schirmherr des Nahost-Friedensprozesses ist.

Die russische Regierung hatte am Freitag dazu aufgerufen, eine neue Spirale der Gewalt im Nahen Osten nicht zuzulassen. Das Außenministerium in Moskau forderte Israel zur Besonnenheit auf. Russland hatte sich vergeblich dafür eingesetzt, dass Israel dem palästinensischen Präsidenten die Teilnahme an den orthdoxen Weihnachtsfeiern in Bethlehem erlaubt. Eine offizielle diplomatische Demarche Russlands war von Israel ignoriert worden. (APA/dpa)

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