Zwei-Euro-Scheine frühestens ab 2006 möglich

18. Jänner 2002, 21:22
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In anderen Ländern geht Stimmung in Richtung Fünf-Euro-Münze

Wien - "Frühestens 2006, eher 2007, 2008" werde es eine Chance auf eine Zwei- oder Ein-Euro-Banknote geben, sagte Wolfgang Duchatczek, für die Euroumstellung zuständiger Vorstandsdirektor der Oesterreichischen Nationalbank im STANDARD-Gespräch, zu den diversen fordernden Wortmeldungen heimischer Politiker und Interessenvertreter in den vergangenen Tage.

Außerdem: "In anderen Ländern - beispielsweise in Spanien - geht die Stimmung eher in Richtung Fünf-Euro-Münze." Kurzfristig sei aber keine Änderung oder Ergänzung der Stückelung der Euronoten möglich, denn Banknoten hätten üblicherweise eine Laufzeit von sieben bis zehn Jahren.

Edlinger-Initiative zu spät

Die Entscheidung für die Stückelung sei gefallen, als Österreich noch nicht bei der EU war, so Duchatczek weiter. Eine Initiative im Jahr 1998 des damaligen Finanzministers Rudolf Edlinger für eine Zwei-Euro-Note sei zu spät gekommen, die Planung des neuen Geldes sei längst auf Schiene gewesen.

Zu den vielerorts ungeliebten "Kupfermünzen", vor allem den Ein- und Zwei-Cent-Stücken, sagte der Notenbank-Vorstandsdirektor: "Ob sie vom Markt angenommen werden oder nicht, für uns ist beides okay. Ich bin dagegen, sie aus dem Verkehr zu nehmen."

In Österreich seien seinerzeit Ein-, Zwei und Fünf-Groschen-Münzen ebenfalls schrittweise verschwunden, die Geschichte könnte sich bei den Cents wiederholen. Der Handel arbeite hingegen schon mit den 9er-Preisen, daher seien kleine Münzen gerechtfertigt. (szem, DER STANDARD, Printausgabe 19.1.2002)

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