Nenezic : Montenegro muss selbstständiger Staat werden

18. Jänner 2002, 17:54
1 Posting

Tourismusminister sieht bessere Entwicklungsmöglichkeiten nach Unabhängigkeit

Wien - Die kleinere jugoslawische Teilrepublik Montenegro müsse ein selbstständiger Staat werden, um danach eventuell eine Union zweier unabhängiger Staaten mit Serbien zu bilden. Dies sei die offizielle Position der in Podgorica regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten und an dieser werde auch festgehalten werden, betonte der montenegrinische Tourismusminister Predrag Nenezic am Freitag in Wien im Gespräch mit der APA in Wien. Nenezic sieht im Falle der Unabhängigkeit Montenegros bessere Entwicklungschancen für das Land, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft und Tourismus.

Unhängigkeitsreferendum möglicherweise im Frühjahr

Montenegro sei allerdings auch für die Fortsetzung des Dialogs mit Belgrad, betonte der Minister. Sollte es keine Ergebnisse bezüglich der Lösung der künftigen staatlichen Beziehungen geben, werde in Montenegro Ende April oder im Mai ein Unabhängigkeitsreferendum abgehalten werden. Derzeit wäre auch eine Mehrheit der montenegrinischen Bürger für die staatliche Unabhängigkeit, zehn bis 15 Prozent der Montenegriner seien noch unschlüssig, so Nenezic.

"Montenegro muss das Schicksal in seine eigenen Hände nehmen", betonte der Minister. Die Reformen in der Wirtschaft und insbesondere im Bereich der Privatisierungen seien bereits weit vorangeschritten. In Serbien hingegen verliefen nur die demokratischen Reformprozesse gut. Die Reformen im Bereich der Privatisierung hätten hingegen noch nicht so richtig begonnen und würden schleppend verlaufen. Aus diesem Grunde würden sich für Montenegro im Falle der Unabhängigkeit auch bessere Entwicklungschancen ergeben.

"Schnellere Investitionen"

Insbesondere könne man dann "mit schnelleren Investitionen" rechnen, derzeit würden noch viele Investoren auf Grund der instabilen politischen Lage in Jugoslawien abwartend reagieren. "In Montenegro funktioniert auch schon alles selbstständig", betonte Nenezic gegenüber der APA. In monetären und fiskalen Angelegenheiten sowie im Bereich der Polizei treffe Podgorica bereits eigene Entscheidungen. Nur noch zwei Bereiche, Armee und Luftverkehr, würden gemeinsam mit Serbien geregelt.(APA)

Share if you care.