Nervennetzwerk im Gehirn in außerordentlicher Klarheit

21. Jänner 2002, 10:56
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Die "Vivid-Technologie" macht's möglich und soll wichtige Erkenntnisse über Erkrankungen liefern

London - Forscher des Psychologie-Institutes am Londoner King's College ist es gelungen, mit der so genannten Vivid-Technologie (Virtual in-vivo interactive dissection) das Nervennetzwerk im Gehirn, die so genannte weiße Hirnmasse, in außergewöhnlicher Klarheit zu betrachten. Das System ist am lebenden Patienten anwendbar und wird derzeit an 30 Schizophrenie-Erkrankten getestet. Dabei soll geklärt werden, ob anders verlaufende Nervenbahnen der Grund für das bisher ungeklärte Medizin-Mysterium sind, so ein Bericht des Online-Guardian. Vivid soll auch wichtige Erkenntnisse für Erkrankungen wie Alkoholismus, Dyslexie, Morbus Alzheimer, Multiple Sklerose und motorische Nervenstörungen liefern.

Einen wesentlichen Vorteil sehen Anwender darin, dass das System keine neue Hardware benötigt, sondern nur eine Software auf bestehende MRI-Scanner aufgesetzt werden muss. Traditionelle MRI-Scanner, eine Technik, die in den frühen 90-er Jahren Einzug hielt, messen die Resonanz von Wassermolekülen im Körper, während sie mit Radiowellen in einem Magnetfeld beschossen werden. Mittels der Vivid-Technik können zusätzlich die willkürlichen Schwingungen der Wassermoleküle in verschiedene Richtungen verfolgt werden. Mit Einsatz von Mathematik und Computerprogrammierung ist die Visualisierung in einem 3D-Bild möglich.

Das King's College Team ist aber nicht die einzige Forschergruppe, die diese Art der Bildgebung einsetzt. Dem Team ist es aber erstmals gelungen, individuelle Bündel von Nervenfasern in einer Auflösung zu produzieren, mit der ihre exakte Route von einer Gehirnregion zu anderen verfolgt werden kann. Herkömmliche MRI-Scans erlauben bisher nur einen Blick in das Gehirn, ohne dass dabei die Weiße Masse klar ersichtlich ist. (pte)

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