Löwen fressen alles

11. Februar 2002, 22:21
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Afrika-Cup-Sieger Kamerun, ein würdiger Gegner Österreichs

Afrika/Wien - Am 11. Juni 1998 erreichte Österreich bei der Fußball-WM in Frankreich zum Auftakt gegen Kamerun durch ein Tor von Toni Polster in der Nachspielzeit ein 1:1. Vier Jahre später kommen die "Unbesiegbaren Löwen" als Afrika-Cup-Champion 2000 und 2002 sowie regierender Olympiasieger am 17. April ins Ernst-Happel-Stadion und testen dabei für ihre vierte WM-Teilnahme in Serie.

Am Sonntag schaffte das Team des deutschen Trainers Winnie Schäfer in Malis Hauptstadt Bamako bei der 23. Auflage der Afrika-Meisterschaft durch den 3:2-Finalerfolg im Elfmeterschießen gegen Senegal die Titelverteidigung.

Neues Outfit, verstärkte Disziplin, herausragende Defensiv-Organisation (im ganzen Turnier gab es kein einziges Gegentor, das 0:0 nach 120 Minuten gegen Senegal war das sechste "zu null"): Das sind aufbauend auf die schon bekannten spielerischen Elemente und teils brillanten Offensiv-Aktionen die Tugenden Kameruns. Damit gelang nicht nur die erste Titelverteidigung seit 37 Jahren (Ghana), sondern auch der vierte Erfolg beim Cup of African Nations (1984, 1988 und 2000). Kamerun zog mit Ägypten und Ghana gleich. Von der Mannschaft, die dem ÖFB-Team 1998 in Toulouse gegenüberstand, waren mit Rigobert Song, Raymond Kalla, Pierre Wome und Salomon Olembe noch vier Mann dabei.

Wome, Fotso Geremi Njitap, Lauren Etame Mayer und Samuel Eto'o standen auch im Gold-Team 2000 von Sydney. So wie damals im Finale der Olympischen Spiele gegen Spanien und beim Endspielerfolg des Afrika-Cups vor zwei Jahren gegen Nigeria zeigte sich Kamerun erneut als Elferspezialist. Dabei hatte Wome in der Penalty-Entscheidung gleich vergeben, Coly und Fadiga trafen hingegen für Senegal, womit es nach vier Schützen 2:1 für den Außenseiter stand.

Danach aber scorten Lauren und Geremi für Kamerun, bei Senegal zeigten Faye und der Star des Teams, El Hadj Diouf, Nerven. Kameruns Kapitän Song scheiterte zwar danach ebenso, aber nachdem Cisse den letzten Strafstoß vergeben hatte, stand der Afrika-Cup-Sieg Kameruns ohne den verletzten Top-Scorer Patrick Mboma fest.

In Yaounde wurde den Helden am Montag bei der Heimkehr von Zehntausenden Fans ein triumphaler Empfang bereitet. Für die WM-Endrunde 2006 in Deutschland werden die CAF-Teilnehmer beim Afrika-Cup 2004 ermittelt. Dann sind die vier Halbfinalisten direkt qualifiziert. Hinzu kommt ein fünfter Starter des Schwarzen Kontinents, wobei noch offen ist, nach welchem Modus dieser WM-Teilnehmer ermittelt wird. Trotz der jüngsten Erfolge ist das Gastspiel der Zentralafrikaner Mitte April in Wien so gut wie fix. "Mit Kamerun sind wir uns einig. Es fehlt nur noch die formelle Bestätigung des Verbandes", meinte ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig am Montag. (DER STANDARD-Printausgabe, Dienstag, 12. Februar 2002, APA, red)

Finale:

  • Kamerun - Senegal 0:0, 3:2 n.E.

Spiel um Platz 3:

  • Nigeria - Mali 1:0

    Tor: Aiyegbeni (31.)

Afrika-Cup in Mali, Halbfinali:
  • Senegal - Nigeria 2:1 (0:0,1:1) n. V.

    Tore: Bouba Diop (54.), Diao (97.) bzw. Aghahowa (85.)

  • Kamerun - Mali 3:0 (2:0)

    Tore: Olembe (40., 45.), Foe (85.)

Viertelfinali:
  • Kamerun - Ägypten 1:0 (0:0)
    11.000, Tor: Mboma (62.)

  • Senegal - DR Kongo 2:0 (1:0)
    Bamako, 15.000, Tore: Diao (31.), Diouf (86.)
    Rote Karte: Tekumu (Kongo/88.)

  • Mali - Südafrika 2:0 (0:0)
    Kaye. 15.000, Tore: Toure (60.), Coulibaly (90.)

  • Nigeria - Ghana 1:0 (0:0)
    Tor: Lawal (79.)
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