Sonntagsfrage: Unionsparteien liegen in Führung

18. Jänner 2002, 15:38
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CDU/CSU erhält 40 Prozent - SPD 38 Prozent

Mainz - Die deutschen Unionsparteien sind in Meinungsumfragen weiter im Aufwind. Erstmals seit Juni 2000 liegen CDU/CSU auch in der so genannten Sonntagsfrage in Führung, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer ergab. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, erhielte die Union demnach 40 Prozent, die SPD 38 Prozent. In der Vorwoche hatten beide noch gleichauf bei 39 Prozent gelegen. Die Werte für die anderen Parteien blieben unverändert: die Grünen bekämen fünf Prozent, die FDP sieben Prozent, die PDS sechs Prozent.

Auch in der eher langfristig wirkenden politischen Stimmung konnte sich die Union weiter verbessern. Die SPD fiel gegenüber der Vorwoche von 39 auf 38 Prozent, die Union nahm von 42 auf 43 Prozent zu. Die Grünen erreichten konstant fünf Prozent, die FDP verbesserten sich von sieben auf acht Prozent, die PDS fiel von sechs auf fünf Prozent.

Im direkten Vergleich mit seinem Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) konnte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gegenüber der vergangenen Woche einen Prozentpunkt gutmachen. 48 Prozent der Befragten hätten lieber Schröder als Bundeskanzler, 43 Prozent CSU-Chef Stoiber. In der Vorwoche hatte der Abstand nur vier Prozentpunkte, im Dezember dagegen noch zehn Prozentpunkte betragen.

In der Wirtschaftskompetenz liegt Stoiber aber klar vorne. Auf die Frage, wer die wirtschaftlichen Probleme am besten lösen könne, nennen 36 Prozent Stoiber und 15 Prozent Schröder. Keinen Unterschied sehen 38 Prozent. Auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze wird eher Stoiber zugetraut: Auf die Frage, wer am ehesten Arbeitsplätze schaffen könne, antworteten 33 Prozent mit Stoiber und 14 Prozent mit Schröder. Allerdings sehen 43 Prozent keinen Unterschied zwischen den Konkurrenten.

In der Wertung persönlicher Eigenschaften liegt Schröder nur bei der Sympathie in Führung. In Punkto Glaubwürdigkeit und Tatkraft hat der CSU-Chef die Nase vorn, bei der Frage, wer eher ein Siegertyp sei, liegen beide gleichauf.

Die große Mehrheit der Bundesbürger hält den Ausgang der Bundestagswahl weiter für offen (83 Prozent). Nur 14 Prozent meinen, es sei schon alles klar. Auf die Frage nach dem voraussichtlichen Gewinner nennen 42 Prozent die Regierung und 39 Prozent die Opposition. Im Dezember hatten noch 55 Prozent auf die rot-grüne Koalition und nur 26 Prozent auf CDU/CSU und FDP gesetzt.

Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen 1306 Wahlberechtigte zwischen dem 14. und 17. Jänner. Die Umfrage ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz Deutschland. Die Fehlertoleranz beträgt bei den großen Parteien 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren rund 1,4 Prozentpunkte. (APA)

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