Multimilliardenplan für Österreichs Verkehr

18. Jänner 2002, 15:44
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Zwei Drittel Investitionen für Bahnausbau - ein Drittel für Straße

Wien - Der lange Zeit erwartete Generalplan für den Ausbau des österreichischen Verkehrsnetzes sieht nach einer der APA vorliegenden "Redaktionsfassung" des Verkehrsministeriums vom 3. Jänner 2002 einen klaren Schwerpunkt im Schienenausbau vor.

Pläne für die Schiene

Dem Papier zufolge sollen zwei Drittel der budgetierten Investitionen von insgesamt 45,1 Mrd. Euro (621 Mrd. S) bis 2030 in die Schiene fließen. Exakt sind für den Bahnausbau in den nächsten 30 Jahren etwa 30 Mrd. Euro vorgesehen. In den Straßenbau sollen demgegenüber 15 Mrd. Euro fließen. Für den Ausbau der Wasserwege sind 200 Mill. Euro geplant.

Ausbau der Verbindungen zu den Nachbarstaaten

Konkret sieht der Plan zunächst im Straßenbereich den Ausbau der Verbindungen zu den Nachbarstaaten vor allem in Hinblick auf die Ostöffnung, die Sanierung und Verbreiterung der Westautobahn, den Vollausbau der Südautobahn, die Erweiterung und den Ausbau des Verkehrsknotens Wien und den Lückenschluss des Pyhrnkorridors vor. Außerdem sind Maßnahmen zur Tunnelsicherheit - vor allem die Errichtung zweiter Tunnelröhren - im Gräberntunnel, Plabutschtunnel, Tauern- und Katschbergtunnel, Lainbergtunnel, Ganzsteintunnel und Ambergtunnel - vorgesehen.

viergleisige Ausbau der Westbahn

Im Bahnbereich sind vorerst der viergleisige Ausbau der Westbahn zwischen Wien und Wels, der schrittweise Ausbau des Südkorridors - vor allem der Koralmbahn, die Fortsetzung der Bauarbeiten an der Neubaustrecke Unterinntal (Brenner-Korridor), die Weiterentwicklung des intermodalen Eisenbahnknotens Wien - etwa durch die Errichtung neuer Terminals - und weitere Nahverkehrsvorhaben in den Ballungsräumen vorgesehen.

Die genannten Maßnahmen kosten im Schienenbereich 12,3 Mrd. Euro, für die Straßenprojekte sind 4,7 Mrd. Euro notwendig. Mit der Umsetzung soll noch heuer begonnen werden. Ab 2012 sind dann für den Straßenausbau noch weitere 1,3 Mrd. Euro, für den Bahnausbau noch zusätzliche 12,2 Mrd. Euro geplant (die jedoch noch zu beschließen sind). Bereits in Bau befinden sich Straßenprojekte für 1,6 Mrd. Euro und Bahnprojekte für 5,3 Mrd. Euro. Darüber hinaus sind den Ländern für den Straßenbau und der Autobahngesellschaft Asfinag bereits jeweils 7,5 Mrd. Euro zugeteilt, der Schieneninfrastrukturgesellschaft SCHIG 29,9 Mrd. Euro.

Verkehrsministerium zum Generalverkehrsplan: Noch keine Stellungnahme

Verkehrsministerin Monika Forstinger (F) zeigte sich im Vorwort zufrieden: "Erstmals in der Geschichte der Republik" sei es gelungen ein Konzept zu erstellen, das den Ausbau der gesamten hochrangigen Verkehrsinfrastruktur des Bundes auf rationaler Grundlage ordnet und die entsprechende Finanzierung einschließt. Die Projekte seien gemeinsam mit den Ländern und den Verkehrsträger-Gesellschaften Asfinag, ÖBB, HL-AG und BEG definiert und abgestimmt worden.

Offiziell wollte das Verkehrsministerium zum Generalverkehrsplan noch keine Stellungnahme abgeben. Es sei zwar verständlich, dass für ein solches Projekt bereits vor der Präsentation großes Interesse bestehe. "Das Ministerium hält sich aber an den Präsentationsplan und wird den Plan erst am 25. Jänner kommentieren", hieß es aus dem Kabinett Forstinger am Freitag zur APA.(APA)

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