Kambodscha: Wahlkampf forderte bereits 15 Todesopfer

18. Jänner 2002, 14:50
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Machtkampf zwischen Kandidaten den Großparteien bei ersten landesweiten Kommunalwahlen

Phnom Penh - Der Wahlkampf vor den Gemeindewahlen in Kambodscha am 3. Februar, der am Freitag in die entscheidende Phase getreten ist, hat bereits mindestens 15 Todesopfer unter den Kandidaten und Parteiaktivisten gefordert. Um die Mandate in den insgesamt 1621 Gemeinden des südostasiatischen Königreichs bewerben sich Kandidaten der beiden Großparteien, der Kambodschanischen Volkspartei (PPC) von Ministerpräsident Hun Sen und der FUNCINPEC von Parlamentspräsident Prinz Norodom Ranariddh, sowie von sechs weiteren Parteien.

Es handelt sich um die ersten landesweit abgehaltenen Kommunalwahlen in der Geschichte des Landes. Die royalistische "Nationale Einheitsfront für ein unabhängiges, neutrales, friedliches und kooperatives Kambodscha" (FUNCINPEC) hat ihre Kampagne in der Provinz Kompong Chhnang nordwestlich von Phnom Penh gestartet. Die meisten amtierenden Gemeindechefs waren nach der vietnamesischen Militärintervention zum Sturz des Terrorregimes der Roten Khmer 1979 eingesetzt worden.

Die Wahlen werden zum ersten Test für den Ex-Kommunisten Hun Sen, seit den Parlamentswahlen 1998. Internationale Beobachter hatten die Parlamentswahl als weitgehend frei und fair eingestuft. Der UNO-Sicherheitsrat hatte die Opposition zur Respektierung des Ergebnisses aufgefordert. Auf Hun Sens Volkspartei waren 41,2 Prozent der 4,9 Millionen gültigen Stimmen entfallen. Die FUNCINPEC erhielt 31,5 Prozent und die von dem FUNCINPEC-Dissidenten Sam Rainsy gegründete "Sam-Rainsy-Partei" (PRS) 14,2 Prozent. PPC und FUNCINPEC regieren in einer großen Koalition. (APA)

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