Fusion von HP und Compaq könnte sich in Europa entscheiden

18. Jänner 2002, 13:02
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EU-Kommission muss bis 31. Jänner zustimmen

Das Schicksal der geplanten 25-Mrd-USD-Fusion zwischen den beiden US-Unternehmen Compaq Computer Corp, Houston, und Hewlett Packard Co (HP), Palo Alto, könnte sich in Europa entscheiden. Der europäische Wettbewerbskommisar Mario Monti muss dem Zusammenschluss bis zum 31. Jänner zustimmen, oder die Entscheidung um weitere vier Monate für zusätzliche Recherchen vertagen. Anwälten in Brüssel zufolge wird die Entscheidung knapp ausfallen.

Starke Kritik

Die Fusion zwischen den beiden Computer-Herstellern sieht sich der starken Kritik der Aktionärsfamilien von HP gegenüber. Da HP ihre Aktionäre erst nach der europäischen Zulassung über das Zusammengehen abstimmen lässt, wird die Brüsseler Entscheidung einigen Einfluss auf die Stimmung in den USA haben. Eine sofortige Zustimmung des europäischen Wettbewerbskommissars würde es den Befürwortern der Fusion leichter machen. Sollte Brüssel hingegen mehr Zeit für die Entscheidung fordern, würde dies bei einigen Aktionären den Eindrück erwecken, es gäbe ein Problem, sagt J.P. Morgan Analyst Daniel Kunstler.

Nachgeblickt

Auf den ersten Blick erscheint das Zusammengehen von HP und Compaq für den europäischen Markt unkritisch. Im Bereich Desktop-PC und Laptops würden HP und Compaq nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens International Data Corp, London, zusammen 25 Prozent des Marktes kontrollieren. Dies sei zu gering, um die Besorgnis der Wettbewerbshüter zu erregen, sagen Beobachter.

Server-Beherrschung

Anders sieht es auf dem Server-Markt aus. Derzeit liegt Compaq auf dem europäischen Server-Markt auf Platz zwei, HP belegt den dritten Platz. Die "New HP" würde zum größten Server-Hersteller in Europa aufsteigen, vor International Business Machines Corp (IBM) und Sun Microsystems Inc. Ein Marktanteil von 35 Prozent reiche an das Niveau heran, auf dem Monti und seine Kollegen nachdenklich würden, meinen Beobachter. Gleichzeitig könnte die "New HP" auf dem Beratungs- und Wartungsmarkt für Server ein Gegengewicht zu IBM bilden, was wiederum für die Fusion spräche. (APA)

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