Asylstatistik: Anträge im Vorjahr stark gestiegen

18. Jänner 2002, 12:50
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Meisten Asylwerber kommen aus Afghanistan

Wien - Die Zahl der Asylanträge in Österreich ist im Vorjahr förmlich "explodiert": 18.063 sind im Jahr 2000 registriert worden, 2001 waren es 30.135. In der Zahl enthalten sind jedoch 5.622 Auslandsanträge, die vor allem von afghanischen Flüchtlingen über die österreichischen Botschaften in Teheran und Islamabad gestellt wurden. FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler nahm die aktuelle Statistik zum Anlass, eine rasche Reform der Asylgesetze - vor allem eine Beschleunigung der Verfahren - zu fordern. Seitens des Innenministeriums heißt es, das Projekt sei im Gange.

Die meisten Asylanträge - 12.957 - stammen von afghanischen Staatsbürgern, gefolgt von Irakis (2.113), Türken (1.876) und Indern (1.804). Die Zahl der positiv rechtskräftig erledigten Anträge ist nur unwesentlich angestiegen, nämlich von 1.002 im Jahr 2000 auf 1.114 im Vorjahr.

Westenthaler betonte, die Asylstatistik zeige, dass Reformen und Verbesserungen im Asylwesen dringend notwendig seien. Einerseits müssten die Verfahren beschleunigt werden, weil die Behörden derzeit völlig überlastet seien. Beendet werden müssten die so genannten "Kettenanträge", dass heißt, dass künftig Asylwerber nach Ablehnung ihres Antrages nicht mehr sofort aus dem gleichen Grund einen neuen Antrag stellen können. Weiters will Westenthaler eine Meldepflicht für Asylwerber einführen. Diese sollten sich regelmäßig bei den Behörden melden, um ein "Untertauchen" zu verhindern. Der FPÖ-Klubobmann möchte entsprechende Schritte im Parlament bis zum Sommer setzen.

Im Büro von Innenminister Ernst Strasser (V) wurde betont, dass es über die Reform der Asylgesetze mit dem Koalitionspartner bereits "sehr gute Gespräche" gebe. Im Mittelpunkt stehe die Beschleunigung der Verfahren. Geplant sei eine Erstabklärung der Anträge innerhalb von 48 bis 72 Stunden. Die Abschaffung der Möglichkeiten, Asylanträge vom Ausland aus stellen zu können, sei bereits in Ausarbeitung. Österreich werde damit die Gesetze an die anderen EU-Staaten anpassen. (APA)

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