Keine Embryonenerzeugung mehr für die Forschung

18. Jänner 2002, 13:30
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Führendes Institut zieht sich zurück

Norfolk - Ein führendes amerikanisches Forschungsinstitut zieht sich aus der Entwicklung menschlicher Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen zurück. Das Jones-Institut für Reproduktionsmedizin begründete die Entscheidung am Donnerstag in Norfolk im Staat Virginia damit, dass sich der Projektleiter Gary Hodgen aus gesundheitlichen Gründen aus der Forschung zurückgezogen habe. Sein Nachfolger sei an anderen Themen interessiert, erklärte der Vorsitzende der Fakultät für Gynäkologie und Geburtshilfe, William Gibbons.

Das Jones-Institut hatte im vergangenen Juli als erste US-Einrichtung bekannt gegeben, Embryonen zur gezielten Gewinnung von Stammzellen erzeugt zu haben. Die Mitteilung hatte scharfe Proteste ausgelöst. Gibbons betonte, der Beschluss sei keine Reaktion auf politischen Druck.

Gibbons erklärte, das Jones Institut wolle derzeit keine neuen Stammzellenreihen entwickeln. Es erwäge aber, menschliche Stammzellen aus den 60 Reihen zu erhalten, für die die US-Regierung im August Fördermittel angekündigt hatte. Wissenschaftler erhoffen sich von der embryonalen Stammzellenforschung einen Durchbruch bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer. (APA/AP)

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