Alois Hergouth 76-jährig in Graz verstorben

18. Jänner 2002, 12:40
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Der Lyriker war maßgeblich an der Gründung des "forum stadtpark" beteiligt

Graz - In Graz ist am Donnerstag Abend der Dichter Alois Hergouth im Alter von 76 Jahren gestorben. Der vielfach ausgezeichnete Lyriker war u.a. maßgeblich an der Gründung des "forum stadtpark" und der Literaturzeitschrift "manuskripte" beteiligt.

Die Todesnachricht wurde von einem der engsten Freunde Hergouths, "Akademie Graz"-Präsident Emil Breisach, bestätigt. Breisach sagte, die Steiermark habe "einen großen Menschen und Wegbereiter verloren".

Biographie

Alois Hergouth wurde am 31. Mai 1925 in Graz geboren. Seine frühe Jugend war von den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs bitter geprägt. Nach der Rückkehr aus der US-Kriegsgefangenschaft begann Hergouth zu studieren und hielt sich in dieser Zeit mit journalistischen Tätigkeiten, aber auch als Installationsgehilfe und Nachtwächter über Wasser. Ab 1954 arbeitete er als Assistent an der Universität bei Viktor von Geramb, erste Gedichte ("Neon und Psyche", "Schwarzer Tribut") wurden veröffentlicht.

In den 60er Jahren - Hergouth hatte sein Volkskunde-Studium beendet und arbeitete als Oberassistent - war er maßgeblich am Aufbau der steirischen Literaturszene rund um das "forum stadtpark" beteiligt: Der Dichter setzte sich für die Koexistenz traditioneller und avantgardistischer Literatur ein und versuchte, das "forum" für viele damals junge Autoren wie Peter Handke und Barbara Frischmuth als Bühne zu etablieren.

Letzte Werke

Die 70er Jahre waren Hergouths literarisch produktivste Zeit, die in mehr als 20 Büchern Ausdruck fand: Es entstanden zahlreiche Lyrikbände und sein einziger Prosaband, "Der Mond im Apfelgarten". Bedingt durch Hergouths Liebe zum südlichen Nachbarn Slowenien kam es zur ersten Präsentation zeitgenössischer slowenischer Lyrik und Gegeneinladungen von "forum"-Literaten nach Slowenien.

In den letzten Jahren überschatteten schwere Krankheiten das Leben des Dichters, sechs Jahre war er gänzlich ans Bett gefesselt. 1999 brachte der Styria-Verlag mit "Magische Räume" noch einmal einen Band heraus, der jene Texte umfasste, die der Autor als seine wichtigsten zwischen 1945 und 1999 erachtete. (APA)

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