Raumsonde Galileo schwenkt auf Absturzkurs auf den Jupiter

18. Jänner 2002, 19:01
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Vom letzten und engsten Rendezvous mit Io leider keine Aufnahmen

Pasadena - Der Planet Jupiter hat der NASA-Raumsonde Galileo gegen Ende ihrer Mission einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das kleine Raumfahrzeug konnte nach NASA-Angaben vom Donnerstag (Ortszeit) bei ihrem letzten und engsten Rendezvous mit dem Mond Io nicht die erhofften Aufnahmen machen, weil sich die Computer an Bord wahrscheinlich auf Grund von Jupiters Strahlung vorsichtshalber selbst abschalteten. Mit dieser so genannten "Standby"-Position waren auch Galileos Kameras lahm gelegt.

Die Sonde befand sich auf ihrer 34. Jupiter-Umkreisung und passierte den Mond Io am Donnerstag in einem Abstand von nur 102 Kilometern - näher als bei den voraus gegangenen fünf Vorbeiflügen. Der sechste "Besuch" bei Io war die letzte "große" Aufgabe der Sonde, die im Herbst 2003 gezielt zum Absturz auf den Jupiter gebracht werden soll.

Die Experten im Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena (Kalifornien) hatten sich von dem Vorbeiflug besonders deutliche Bilder von Ios Vulkangestein und andere interessante Daten erhofft. Sie bemühten sich, die Computer und damit die Kameras und andere Instrumente wenigstens noch für die letzte Phase des Vorbeifluges und den Rest der Galileo-Mission wieder zu aktivieren.

Hauptziel erfüllt

Bis auf die blockierten Kameras verlief der Vorbeiflug aber planmäßig, und damit wurde das eigentliche Hauptziel erfüllt. Durch die Anziehungskraft von Io wurde Galileo auf eine Bahn "gezerrt", die zum geplanten "Feuertod" im September 2003 auf der Jupiter-Oberfläche führen soll.

Die Sonde, die am 18. Oktober 1989 von der Raumfähre Atlantis ins All ausgesetzt worden war, kreist seit dem 7. Dezember 1995 um den Jupiter. Ihre eigentliche Mission endete bereits 1997, wurde aber wiederholt verlängert. Neben Io hat Galileo auch die anderen drei großen Jupiter-Monde Europa, Ganymed und Kallisto fotografiert. Insgesamt 27 Mal flog das Raumfahrzeug an diesen drei Monden vorbei und trotzte der kosmischen Strahlung.

Nun sind jedoch die zur Steuerung nötigen Treibstoffvorräte an Bord nahezu erschöpft, und die NASA muss sich daher widerwillig von Galileo trennen. Bevor das Ende kommt, soll die Sonde noch an Amalthea vorbeifliegen, einem kleinen inneren Jupiter-Mond. Das sei für November vorgesehen, hieß es. (APA/dpa)

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