Money Mark: "Change is coming"

7. November 2005, 16:51
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Entschlossene Fortsetzung der Expedition in die Geschichte der funky Sounds und des Wah-Wah-Effekts

Als langjähriges Mitglied der Beastie Boys ist Money Mark kein Unbekannter. An den Keyboards sorgte er unter anderem dafür, dass die ehemaligen New Yorker Brachial-Rapper („Fight for your right to party“) den Funk entdeckten. Das Jahrhundertalbum „Check your Head“ trägt so nicht unmaßgeblich auch seine Handschrift. Als Solist trat Mark Ramos-Nishita, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, in Folge mit zwei wunderbar verschrobenen Alben – „Money Mark´s Keyboard Repair“ und „Push the Button“ – hervor, für die das britische Hipster-Label MoWax die ideale Plattform bildete.

Mit seinem jüngsten, auf Emporer Norton Records erschienen Album setzt Money Mark seine Expedition in die Geschichte der funky Sounds und des Wah-Wah-Effekts entschlossen fort. Zwar mag der Titel „Change is coming“ angesichts der eher retrospektiv gehaltenen Ausrichtung der zwölf Instrumentals etwas irritieren, nichtsdestotrotz versteht es der energetische Organist, die Coolness der „deep sounds“ aus den späten sechziger und frühen siebziger Jahren wieder auferstehen zu lassen. Hier geht es weniger ums Experiment als um die fast museale Rekonstruktion eines vergangenen Zeitalters.

Emphatisch werden Größen wie Jimmy Smith und Miles Davis beschworen und mit lateinamerikanischen Elementen aufgezuckert. Kein großes Album, aber ein Kleinod, das wie ein alter Blaxpoitation-Film dennoch Freude macht. (or)

Money Mark: "Change is coming" (Emporer Norton Records 2001)

Anspieltipps: "Information contraband", "Glitch in da system", "Another day to love you", "Soul drive sixth avenue", "Love undisputed"

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Money Mark

Emperor Norton Records

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