Anschlag auf Feier in Israel: Mindestens sieben Tote

18. Jänner 2002, 09:08
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"Al Aksa-Brigaden" bekennen sich zur Tat: Rache für Tod ihres Führers Karmi

Jerusalem - Bei einem palästinensischen Terroranschlag auf eine Festhalle in der nordisraelischen Stadt Hadera sind am Donnerstagabend mindestens sechs Israelis sowie der Attentäter getötet worden. 27 Israelis seien verletzt worden, drei von ihnen schwer, meldete Radio Israel. Den Berichten zufolge schoss der Attentäter mit einem M-16-Schnellfeuergewehr auf etwa 150 Gäste einer Geburtstagsfeier. Nach Polizei-Angaben war in der Nacht zudem nicht klar, ob der Palästinenser von den Gästen gelyncht oder von der Polizei erschossen wurde.

Der palästinensische Attentäter kam durch den Haupteingang und feuerte mit einem Sturmgewehr auf die Festgesellschaft, wie Augenzeugen berichteten. Die Polizei widersprach später ersten Berichten, wonach der Mann eine Handgranate in die Menge schleuderte. Bei dem Attentäter soll es sich nach israelischen Angaben um ein Mitglied der Tansim-Miliz aus der Region von Nablus im Westjordanland handeln. Die Tansim gehört zur Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat.

Militanter Flügel der Fatah

Die Al Aksa-Brigaden, der militante Flügel von Arafats Fatah-Organisation, bekannten sich zu der Tat. Sie erklärten, dies sei die Rache für die Ermordung von Raed Karmi am Montag. Karmi war offensichtlich von Israel in Tulkarem im Westjordanland liquidiert worden, auch wenn Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieszer dies am Dienstag abstritt.

In einer Erklärung der Al-Aksa-Brigade hieß es, der Mann namens Abed Hassuna aus einem Dorf bei Nablus habe mit der Tat den Tod von Raid Karmi rächen wollen. Karmi, der Führer der Al-Aksa-Brigade, war am Montag bei der Explosion eines Sprengsatzes ums Leben gekommen. Die palästinensische Autonomiebehörde machte Israel für Karmis Tod verantwortlich und kündigte Vergeltungsaktionen an.

"Entsetzlicher Akt von Terrorismus"

Ein israelischer Regierungssprecher betonte im US-Nachrichtensender CNN, Arafat habe die Attacke zu verantworten. Arafat habe nichts getan, um die Infrastruktur des Terrors zu auseinander zu nehmen. Wie der Sender weiter berichtete, verurteilte das US-Außenministerium die Tat scharf. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, es sei ein "entsetzlicher Akt von Terrorismus".(APA)

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