"Die Revolution der Landschaft"

17. Jänner 2002, 21:31
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Große Ruisdael- Ausstellung in Hamburg

Hamburg - Die Hamburger Kunsthalle präsentiert eine umfassende Ausstellung des niederländischen Landschaftsmalers Jacob van Ruisdael (1628/29-1682). Die Schau "Jacob van Ruisdael oder Die Revolution der Landschaft" ist bis zum 1. April zu sehen. Im Zentrum der Präsentation des Haarlemer Künstlers, einem entschiedenen Neuerer auf dem Gebiet der niederländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts, stehen Werke aus den 1640er und 50er Jahren.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Frans Hals Museum in Haarlem und umfasst rund 80 Werke, darunter Leihgaben aus der Eremitage in St. Petersburg, dem Metropolitan Museum in New York, dem Rijksmuseum in Amsterdam und dem Pariser Louvre. Die Schau wird anschließend auch im Frans Hals Museum zu sehen sein.

Bereits mit seinen ersten Gemälden trat der Künstler, über den man bis heute nur wenig weiß, als Neuerer auf dem Gebiet der niederländischen Landschaftsmalerei in Erscheinung. In Motivwahl, Raumauffassung und Lichtführung wich Ruisdael deutlich von den bestehenden Konventionen ab. Die einzigartige Atmosphäre seiner Bilder wurde als melancholisch und romantisch, als heroisch und erhaben bezeichnet. Die Motive reichen von Dünenlandschaften, Wald-, Winter- und Stadtansichten über Seestücke bis zu skandinavischen Landschaften mit Wasserfällen.

Mit seiner Detailbesessenheit erzielte der Maler eine große Nähe zur Natur. Auf seinen Bildern, die Fragmente der Wirklichkeit neu zueinander ordnen, lassen sich unterschiedliche Baumsorten bestimmen. Starke Kontraste, ein gezieltes Öffnen und Verstellen von Blickachsen sowie Nahsicht und Ferne charakterisieren seinen Stil. In der Schau erschließen Röntgenbilder und detaillierte Erklärungen den Entstehungsprozess von Ruisdaels Meisterwerken.

Die Neuartigkeit der Werke van Ruisdaels wird in der Gegenüberstellung mit Arbeiten anderer Haarlemer Landschaftsmaler verdeutlicht, darunter Isaack und Salomon von Ruysdael, Jan van Goyen, Cornelius Vroom und Allart van Everdingen. Ergänzt wird die Schau in vier großen Sälen mit wichtigen Spätwerken und Bildern seiner Malerkollegen und Nachfolger wie Meindert Hobbema, Jan van Kessel und Philips Koninck. (APA/dpa)

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