Oracle kämpft mit der Flaute

18. Jänner 2002, 12:23
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Wachstumsschlüssel: neue Anwendungen auf Datenbankbasis

Amsterdam - Die Zurückhaltung der Wirtschaft bei Investitionen in Informationstechnologie macht auch den Herstellern von Datenbanken und -anwendungen zu schaffen. So auch Oracle, nach Microsoft zweitgrößter Softwarehersteller und im Datenbanksektor Hauptkonkurrent von IBM. Als Schlüssel für weiteres Wachstum werden Anwendungen auf Datenbankbasis gesehen. Erst ein Fünftel des Umsatzes von Oracle (10,9 Mrd. Dollar/12,4 Mrd. EURO im Ende Mai beendeten Geschäftsjahr 2001) kam von solchen Lösungen, der Rest aus dem Kerngeschäft Datenbanken.

Oracle erhofft sich beim europaweiten Umstieg der Mobilfunknetze von GSM auf UMTS Rückenwind. Die mobilen Zugänge zu Portalen und Daten, die den Mobilfunkern für ihre Kunden vorschweben, benötigen komplexe Anwendungen, für die Oracle in seiner Datenbank 9i eine spezielle Erweiterung vorgesehen habe, erklärte Jean-Claude Michaca, Director Wireless Solutions, bei der Oracle-Konferenz Open World in Amsterdam.

Komplexe Anforderungen

Die Anforderungen, die hinter dem Schlagwort mobiler E-Business stecken, sind überaus komplex: Neben dem Zugriff auf Daten müssen Nachrichten ausgetauscht, Daten in Sprache und zurück transformiert werden können und Möglichkeiten zum Offline-Arbeiten geschaffen werden. Dazu müssen die Endgeräte abgespeckte Versionen der Datenbanksoftware beinhalten, Benutzer müssen bestimmen können, welche Daten sie auf ihren Geräten speichern und welche bei den Portalen bleiben.

Die Aussichten auf das laufende Geschäftsjahr sind trotz neuer Produkte gedämpft. Im abgelaufenen Quartal hatte Oracle massive Umsatzeinbußen verzeichnet, in diesem und dem nächsten Viertel erwarte man keine Trendwende, sagte Sergio Giacolette, Executive Vice-President von Oracle Europe. Der angekündigte Abbau von 800 Mitarbeitern könne jedoch vermieden werden. Gegen den Konzerntrend entwickle sich jedoch das Geschäft in Österreich positiv, erklärte Landesgeschäftsführer Helmut Eichert. Das Datenbankgeschäft bleibe stabil, aber bei den auf den Datenbanken basierenden Anwendungen sei SAP ein starker Konkurrent, der seine Vorteile - "zum Beispiel seine Deutschsprachigkeit" - zu wahren wisse. (Johanna Ruzicka, Der Standard, Printausgabe, 18.01.02)

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