Zusatzpensionen sind heuer erstmals gekürzt

17. Jänner 2002, 19:41
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Schlechte Börsenentwicklung ist Ursache

Wien - Die ungünstige Kursentwicklung an den Aktienbörsen hat im vergangenen Jahr die Ergebnisse der zwölf betrieblichen und sieben überbetrieblichen österreichischen Pensionskassen stark beeinträchtigt. Sie liegen zwischen minus fünf und plus fünf Prozent, obwohl der Aktienanteil am gesamten Verlanlagungsvolumen im Jahresverlauf von 40 Prozent auf 30 Prozent zurückgenommen wurde.

Wie Dietmar Neyer, Vorsteher des Fachverbandes der Pensionskassen Österreichs, am Donnerstag in einer Pressekonferenz erklärte, wird es deshalb heuer erstmals zu Kürzungen der Zusatzpensionen kommen. Von den rund 36.000 Beziehern einer Zusatzpension sind davon allerdings nur 5300 betroffen. Und die Einbußen halten sich mit etwa 15 Euro (oder 210 S) pro Monat, das sind rund drei Prozent der durchschnittlichen Zusatzpension von 7000 S in Grenzen.

Neyer warnte im Zusammenhang mit den Zusatzpensionen allerdings vor einer kurzfristigen Betrachtungsweise. Die Ansparzeit auf eine Zusatzpension mache im Durchschnitt 30 Jahre aus, und bei langfristigen Vorsorgekonzepten seien Ergebnisse wie im vergangenen Jahr eher die Ausnahme. In den elf Jahren seit der Einrichtung von Pensionskassen in Österreich habe es erst drei Minusjahre gegeben. Im Durchschnitt sei das den Pensionskassen anvertraute Kapital seit 1990 um 8,1 Prozent pro Jahr vermehrt worden.

Dass der Trend zur Zusatzpension durch die ungünstigen Entwicklung der Pensionskassen im vergangenen Jahr negativ beeinflusst werden könnte, glaubt Neyer nicht. "Die Leute wollen Vorsorge betreiben, um ihren Lebensstandard im Alter aufrechterhalten zu können", gibt er sich optimistisch.

Und die Wachstumszahlen der Mitglieder von Pensionskassen geben ihm Recht. Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der künftigen und aktuellen Bezieher von Zusatzpensionen von knapp 284.000 auf 323.000 zu. Auch für heuer erwartet der Fachverbands-vorsteher wieder eine Zuwachsrate von etwa 15 Prozent. (gb, Der Standard, Printausgabe, 18.01.02))

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