Neue US-Basis auf Rebelleninsel

17. Jänner 2002, 19:48
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Washington kommandiert bis zu 560 US-Soldaten auf den Philippinen zum Antiterrorkampf ab

Manila - Eine kleine Einheit von einem Dutzend US-Soldaten hat am Donnerstag auf der südphilippinischen Insel Basilan ein Militärcamp eingerichtet. Sie sind die Vorhut eines Kontingents von 160 Special-Forces-Soldaten und 500 weiteren Soldaten für logistische Aufgaben, das die philippinische Armee offiziell im Kampf gegen die muslimischen Abu-Sayyaf-Rebellen trainieren soll.

Nach Angaben des amerikanischen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld halten sich derzeit etwa 240 US-Soldaten an "mehreren Orten im Land" auf. Rumsfeld wich in einem Briefing im Pentagon am Mittwoch der Frage aus, ob sich die US-Truppen auch an Gefechten mit den Rebellen im Süden der Philippinen beteiligen würden, wenn die Regierung in Manila darum bäte. Der Minister sagte, die USA würden mit der Situation auf den Philippinen umgehen "wie eine Nation, deren Präsident angekündigt hat, dass wir entschlossen sind, Terrornetze zu finden und alles zu tun, was wir können, um sie auszurotten".

Washington hat die Abu-Sayyaf-Rebellen wegen deren angeblicher Verbindung zu al-Qa'ida auf eine Terrorliste gesetzt. Die Rebellen halten zudem seit vergangenem Jahr ein amerikanisches Ehepaar als Geiseln fest, ein dritter US-Bürger, der in ihre Hände gefallen war, wurde offenbar enthauptet.

Die Präsenz der US-Soldaten, die von Präsidentin Gloria Arroyo unterstützt wird, stößt in Manila auf zunehmende Kritik. "Ein Präsident, der eine ausländische Militärmacht um die Lösung seiner eigenen innenpolitischen Probleme bittet, begeht Verrat", sagte am Donnerstag der Senator Francisco Tatad. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 18.1.2002)

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