Handel kämpft, Industrie muss mit

18. Jänner 2002, 10:29
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So entstehen Preisaktionen

"Man braucht nicht glauben, dass es jetzt zu einem Einfrieren der Preise wegen des Euro kommt", sagt ein Handelsmanager im STANDARD-Gespräch, "manches besonders schlaue Unternehmen hat ohnehin schon ein halbes Jahr vorher seine Preise angehoben."

Preise entstehen im Handel grundsätzlich durch Planung, oft übernehmen die Ketten die "empfohlenen Preise" der Hersteller. In Österreich hat der Handel aber konzentrationsbedingt eine derartige Macht, dass die Industrie zum Mittragen von Aktionen oft gezwungen ist. Dem Handel müssen dann höhere Rabatte gewährt sowie weiters Platzierungszuschläge für Flugblattwerbung und diverse andere Promotionbeiträge bezahlt werden.

Oft bekommt die Aktionitis eine Eigendynamik. Dem Hersteller entgleitet dann vollkommen die Kontrolle über die Preise im Handel, da sich die großen Ketten in seinem Segment brutal über die Preise matchen. Beispiel: der "Gurkerlkrieg" zwischen Billa und Spar 1998. (Colette Schmidt, Luise Ungerboeck, Thomas Neuhold, Hannes Schlosser, Der Standard, Printausgabe, 18.01.02)

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