Arafat wirft Israel systematische Auslöschung vor

17. Jänner 2002, 18:28
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Palästinenserpräsident über jüngste Angriffe zutiefst besorgt

Jerusalem - Der palästinensische Präsident Yasser Arafat hat Israel Pläne zur systematischen Auslöschung aller Palästinenserführer vorgeworfen. "Die Israelis wollen alle Führer des palästinensischen Volkes töten, einen nach dem anderen", sagte Arafat in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der französischen Zeitung "Le Figaro".

Bei Nablus im Westjordanland wurde unterdessen ein von Israel gesuchter palästinensischer Extremist von israelischen Soldaten erschossen. Unterdessen haben ungeachtet wachsender Spannungen die Sicherheitschefs Israels und der Palästinenser am Donnerstag im Westjordanland über Erleichterungen für die palästinensische Bevölkerung beraten.

Nach Angaben der israelischen Armee handelte es sich um den Milizführer Kamis Abdullah. Der 42-Jährige sei in einem Schusswechsel mit den Soldaten getötet worden. Über den Hergang gab es widersprüchliche Berichte. Die palästinensischen Behörden erklärten, Abdullah habe zuerst die israelischen Streitkräfte angegriffen. Die israelische Armee berichtete hingegen, sie habe das Feuer auf den bewaffneten Mann eröffnet. Israel hat auch wiederholt mutmaßliche Extremistenführer gezielt getötet.

Als Reaktion auf den Tod von acht israelischen Zivilisten seit Mittwoch vergangener Woche belegte Israel erneut mehrere palästinensische Städte mit Blockaden. (APA/AP/dpa)

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