Eberharter gewann Abfahrt auf der Streif

22. Jänner 2002, 15:59
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Der Weltcupführende verweist Aamodt und Trinkl auf die Plätze

Kitzbühel - Stephan Eberharter zählt spätestens seit Samstag zu den größten Abfahrer aller Zeiten. Der Tiroler schaffte in Kitzbühel ein Kunststück, das vor ihm noch keiner geschafft hat: Der 32-Jährige gewann 24 Stunden nach seinem Erfolg im Super G auch die Abfahrt auf der Streif und holte sich damit auch den "wahren" Hahnenkamm-Sieg. Zudem vollendete der Zillertaler den "Grand Slam", den Sieg bei den Klassikern in Val d'Isere, Gröden, Wengen und Kitzbühel - das gelang vor ihm nur Franz Klammer 1974/75, der damals zusätzlich auch in Garmisch gewonnen hatte. Mit Saisonsieg Nummer sechs, seinem insgesamt zwölften Weltcup-Erfolg, enteilte er auch weiter der Konkurrenz im Gesamtweltcup.

Aamodt mit aufsteigender Form

Zweiter hinter Eberharter wurde der immer stärker werdende Kjetil-Andre Aamodt. Der Norweger ist auch Verfolger Nummer eins im Gesamtweltcup, in dem er aber auf die 1.032 Eberharter-Punkte bereits 322 Zähler Rückstand aufweist. Platz drei holte sich Hannes Trinkl, dessen Comeback im Jahr 2002 weiter sensationell verläuft. Mit Fritz Strobl als Fünftem, Peter Rzehak auf Rang sechs, dem abermals starken Klaus Kröll als Achtem und Michael Walchhofer auf Rang zehn kamen nicht weniger als sechs Österreicher in die Top Ten.

Überstrahlt wurde aber alles von Eberharter. "Der zweite Sieg innerhalb von 24 Stunden in Kitzbühel, das schafft man nicht alle Tage. Und den Grand Slam sowieso nicht", sagte Eberharter, der zehn Jahre nach seinen beiden WM-Titeln endgültig den Sprung zurück ganz an die Spitze geschafft hat.

Das erkannte auch Aamodt an. "Er ist so gut, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Vielleicht hat er sich im Sommer so gut vorbereitet, weil der Hermann Maier nicht dabei ist", sagte der Norweger mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Mit Platz zwei muss man zufrieden sein, aber eigentlich ist es die blödeste Platzierung." Doch Aamodt deutete wieder an, dass seine Form mit dem Näherkommen von Olympia steigt, der Gesamtweltcup ist für ihn nicht das Thema. "Ich weiß nicht, ob es sich ausgeht, den Steff einzuholen, zumal ich ja auch St. Moritz auslasse."

Trinkl mit Fehler im Steilhang

Hannes Trinkl verpatzte die Einfahrt in den Steilhang, wurde dann aber wie in Wengen immer schneller und verfehlte die Zeit von Aamodt nur um drei Hundertstelsekunden. "Ein dritter Platz ist in Kitzbühel immer etwas ganz Besonderes, aber ich hätte heute auch den Sieg drinnen gehabt. Ich habe es oben verschenkt, ich hatte nach dem Sch..., den ich im Super G gefahren bin, einfach leicht Anlaufschwierigkeiten." Doch ist der Weltmeister mit dem zweiten Podestplatz in Serie endgültig für Salt Lake City qualifiziert.

Wie wohl auch der zweifache Streif-Sieger Fritz Strobl, der diesmal auf Rang fünf fuhr. "Ich habe oben einen Fehler gehabt, dann war's eine durchschnittliche Fahrt. Zum Siegen leider zu wenig. Im Moment geht es eben nicht so wie beim Steff, der kann fast machen, was er will. Es fährt sozusagen sogar mit ihm, er braucht nicht viel zu tun", erklärte der Kärntner.

Nicht ganz zufrieden war auch Peter Rzehak. Wie Trinkl und Strobl vergab er bei der Steilhang-Einfahrt den Sprung aufs Podest. "Es war dort etwas schneller als im Training und etwas glatter, ich war einfach zu gierig, bin zu direkt gefahren", sagte Rzehak, der aber wieder einen Spitzenplatz herausfuhr. Was ihm noch fehlt, ist der Sprung aufs Podest.

Kröll wieder in der Elite

Nach dem sensationellen zehnten Platz im Super G fuhr der Steirer Klaus Kröll auch am Samstag wieder mitten in die Elite, beendete seine Streif-Premier trotz einer leichten Knieverletzung auf dem achten Platz. "Eine brutale Strecke, im Rennen noch schlimmer, als im Training. Aber der achte Platz ist für mich ein Wahnsinn", sagte die "steirische Eiche". Als Zehnter kam auch der leicht lädierte Michael Walchhofer in die Spitze, der Salzburger war darüber erleichtert: "Nach der Krankheit in Bormio und dem Ausfall in Wengen war das für mich wichtig." Walchhofer ist auch das heißeste Eisen in der Kombination am Sonntag, doch wird da Aamodt kaum zu schlagen sein.(APA)

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