"FPÖ wurde als eine Art Dämon aufgebaut"

17. Jänner 2002, 16:08
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Riess-Passer beklagt sich über schlechtes Österreich- Image im Ausland

Wien - Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer hat am Donnerstag das schlechte Image Österreichs im Ausland beklagt. Jeder, der sich ehrlich mit Österreich auseinandersetze, werde zu einem anderen Schluss kommen, sagte die FP-Obfrau in einer von "Economist Conferences" veranstalteten Diskussionsveranstaltung mit Vertretern der Wirtschaft.

Eine Änderung des politischen Stils der FPÖ in diesem Zusammenhang lehnte Riess-Passer ab. Sie werde "auch weiterhin Dinge kritisieren, die kritikwürdig sind", auch wenn man damit medialen Gegenwind ernte, sagte die Vizekanzlerin. Es nütze auch nichts zu sagen, wenn der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) ruhig wäre, dann hätten wir keine Probleme mehr im Ausland. So könne von Haider etwa im Streit mit dem tschechischen Premier Milos Zeman nicht verlangt werden, einen Vergleich mit Adolf Hitler hinzunehmen und sich nicht zu verteidigen.

Riess-Passer meinte, das schlechte Image Österreichs im Ausland sei auch dadurch verursacht worden, weil die FPÖ im Inland als "eine Art Dämon aufgebaut" worden sei. Jetzt ernte man eben "die Frucht der bösen Tat".

Die FPÖ-Chefin gestand zu, dass ihre Partei der europäischen Entwicklung immer kritisch gegenüber gestanden sei. Dies sei gerechtfertigt, weil die EU besser sein könnte als sie es derzeit ist. Einen guten Europäer zeichne aber aus, dass er Vorschläge zur Verbesserung mache und das gemeinsame Europa auch zu einem Anliegen der Menschen zu machen versuche.(APA)

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