Airbus überholt trotz Auftragsschwund Boeing

17. Jänner 2002, 13:25
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Stornierungen und Konkurse von Fluggesellschaften schlugen erheblich zu Buche - Keine Kündigungen geplant

Paris - Airbus ist bei den Flugzeugbestellungen im vergangenen Jahr abgerutscht, hat aber dennoch US-Konkurrent Boeing deutlich abgehängt. Beim größten europäischen Flugzeughersteller sank der Auftragseingang um fast 28 Prozent auf 375 Maschinen im Wert von 44,7 Mrd. Dollar (50,1 Mrd. Euro/689 Mrd. S). Damit hat Airbus nach Angaben vom Donnerstag in Paris dennoch deutlich über 50 Prozent des Marktes abgedeckt. Dabei fiel der neue Superjumbo A380 erheblich ins Gewicht, für den fast 100 Zusagen eingingen.

Stornierungen und Konkurse von Fluggesellschaften insbesondere nach den Terroranschlägen vom 11. September schlugen bei Airbus aber erheblich zu Buche. Laut den Nettozahlen sackte der Auftragseingang dadurch um 101 auf 274 Maschinen ab. Dennoch liege Airbus vor der Konkurrenz in Führung, sagte Airbus-Chef Noel Forgeard. Ausgeliefert wurden im vergangenen Jahr 325 Flugzeuge, 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz habe mit einem Anstieg um gut 19 Prozent auf 20,5 Mrd. Dollar den höchsten Stand in der Unternehmensgeschichte erreicht.

Keine Kündigungen bei Airbus

Airbus plant 2002 trotz des Abschwungs auf den Weltflugzeugmärkten keine Kündigungen. In allen Werken sei aber Kurzarbeit vorgesehen, erklärte Airbus-Vorstand Gustav Humbert am Donnerstag in Paris. In Deutschland werde sich der Umfang je nach Werk zwischen fünf bis 15 Arbeitstagen bewegen, "vorausgesetzt die Situation verschlimmert sich nicht", sagte Humbert.

Die Gesamtbeschäftigtenzahl bei Airbus werde 2002 um rund 1.000 auf rund 44.500 zum Jahresende verringert, und zwar durch Maßnahmen wie Frühpensionierungen, Ausnutzung der Fluktuation oder Verringerung der Arbeitszeit und Auslaufen von Zeitverträgen. Insgesamt werde Airbus seine Kapazität durch Einsparungen und Flexibilisierung in einem Umfang reduzieren, der 6.000 vollen Arbeitsplätzen gleichkomme. In diesem Umfang würden aber nicht Arbeitsplätze abgebaut. (APA/dpa)

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