Ortskundiger und freundlicher im Taxi

17. Jänner 2002, 12:44
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Seit Jahresbeginn strengere Prüfung für Wiener Taxifahrer- Innen

Wien - Wer in Wien ein Taxi lenken will, hat es seit Jahresbeginn ein wenig schwerer: Auf Grund einer seit 1. Jänner gültigen Prüfungsreform müssen angehende TaxlerInnen nun nachweisen, dass sie die Hauptstraßengeografie Wiens tatsächlich kennen und die Testfragen nicht nur stur auswendig gelernt haben. Zusätzlich wird im Taxikurs auch Kundenfreundlichkeit unterrichtet. Getestet wird der freundliche Umgang mit dem Fahrgast allerdings nicht.

Blindplan- Tests

Karl Ramharter, Obmann-Stellvertreter der Fachgruppe Beförderungsgewerbe mit Pkw in der Wiener Wirtschaftskammer, zeigte sich von der seit Herbst 2001 schrittweise implementierten Reform begeistert: "Wir zwingen den Prüfling, dass er sich auch mit der Praxis auseinander setzt." Ortskenntnisse werden nun per Blindplan getestet. Es werden auch Fragen gestellt, die nicht im Prüfungskatalog stehen, sich aber aus den Katalogfragen ergeben. Zusätzlich werden einzelne Fragen mündlich diktiert. Der Grund: "Wir wissen, dass ein Prozent der Kandidaten weder Lesen noch Schreiben kann."

Praxisauabildung erwünscht

In Zukunft wünscht sich Ramharter auch eine verpflichtende Praxisausbildung, denn "die Praxis fängt erst mit dem ersten Fahrgast an". Die Standesvertreter wollen daher, dass "Taxi-Lehrlinge" eine Zeit lang von Veteranen des Gewerbes im Auto begleitet werden. Auch ein verpflichtendes Sicherheitstraining soll es zukünftig geben. Für beides fehlt derzeit die rechtliche Grundlage, ebenso wie für eine Pflichtprüfung in Kundenfreundlichkeit.

Freiwilliger Kurs

Derzeit wird versucht, diese Lücke auf freiwilliger Basis zu schließen: TaxifahrerInnen können sich zum "Safety Driver" ausbilden lassen. Wer ein Fahrsicherheitstraining und eine Schulung in Stressmanagement, Motivation und Kundenbindung absolviert, darf eine entsprechende Plakette auf sein Auto kleben. Bisher haben 53 FahrerInnen diesen Kurs abgeschlossen.

In Wien gibt es derzeit rund 4.100 Taxifahrer, die sich der Belastung von sechs Arbeitstagen pro Woche mit jeweils mindestens zehn Stunden hinter dem Steuer aussetzen. Die Fluktuation ist hoch: Allein im Wiener Wirtschaftsförderungsinstitut lassen sich jährlich knapp 500 neue KandidatInnen um 200 Euro (2.752 S) ausbilden. "Gute Taxifahrer werden immer gesucht", so Ramharter. (APA)

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