"Männliche Sprachform führt zu geringem gedanklichen Einbezug von Frauen"

17. Jänner 2002, 12:45
31 Postings

Neue Studien belegen die Notwendigkeit des geschlechtergerechten Sprachgebrauchs

Obwohl der geschlechtergerechte Sprachgebrauch langsam in Texten, Dokumenten und Reden Eingang gefunden hat, finden sich immer noch Bücher in denen "aus Gründen der besseren Lesbarkeit" darauf verzichtet wird. Dies sollte nicht so einfach hingenommen werden, denn dass die rein männliche Sprachform Frauen ausschließt, wurde bereits wissenschaftlich bestätigt.

Frauen werden in der reinen männlichen Sprachform nicht mitgedacht. Dies zeigt ein Experiment der Wissenschaftlerinnen Dagmar Stahlberg und Sabine Sczesny von der Universität Mannheim, wie "Psychologie heute" in der Februar Ausgabe berichtet.

Die Art der Fragestellung macht's aus

Bei einem Experiment, bei dem etwa 100 Personen teilnahmen, lagen Fragebogen in drei unterschiedlichen Sprachversionen vor: die männliche, geschlechtsneutrale und weibliche Sprachform. Es wurde beispielsweise nach Lieblings- Romanhelden/Romanfiguren/RomanHeldInnen gefragt. Wurden beide Geschlechter in der Frage angesprochen, so wurden mehr weibliche Romanheldinnen genannt als in der Fragestellung mit der rein männlichen Form.

"In allen Studien führte der Gebrauch der männlichen Sprachform zu einem geringen gedanklichen Einbezug von Frauen", bringen Stahlberg und Sczesny ihre Ergebnisse auf den Punkt. Ausreden wie "der besseren Lesbarkeit" halber wird auf die weibliche Sprachform verzichtet, da sie ja doch "mitgedacht" wird, gelten nicht mehr. (red)

Share if you care.