Sudan des Sklavenhandels beschuldigt: Geldstrafe für Journalisten

20. Jänner 2002, 10:39
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Auch "Khartoum Monitor" muss Strafe zahlen

Ein Journalist im Sudan hat seiner Regierung Verwicklung in den Sklavenhandel vorgeworfen und ist deswegen am Mittwoch zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Nhial Bol, geschäftsführender Herausgeber der englischsprachigen Zeitung "Khartoum Monitor", hatte gegenüber einer US-Delegation geäußert, die Regierung sei in den Sklavenhandel verwickelt, da entführte Kinder aus dem Süden des Landes in Zügen der Staatsbahn in den Norden gebracht würden.

Schnellverfahren

Bol war daraufhin am Dienstag verhaftet worden und am Mittwoch in einem Schnellverfahren zu einer Geldstrafe von umgerechnet 1900 US-Dollar (2150 Euro) ersatzweise sechs Monate Haft verurteilt worden. Die Zeitung muss zudem 5700 Dollar (6450 Euro) Strafe zahlen, weil sie die Äußerungen Bols veröffentlichte.

Die US-Delegation, mehrheitlich Vertreter afroamerikanischer Moslems, war von der sudanesischen Regierung in der Hoffnung eingeladen worden, das Image des Landes in den USA zu verbessern. Ein Regierungsvertreter hatte die US-Amerikaner zu der Zeitung geführt. Der "Khartoum Monitor" wird von südsudanesischen Journalisten geführt und wurde schon mehrmals für einige Zeit verboten.(APA/dpa)

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