US-Daten heizen Spekulationen über Zinssenkung an

17. Jänner 2002, 09:46
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Beige Book der Federal Reserve: US-Wirtschaft blieb zu Jahresbeginn weiter schwach

Washington/Denver - Eine weiter niedrige Inflation und anhaltend schwache Produktion in den USA haben am Mittwoch den Spekulationen auf eine baldige weitere Leitzinssenkung neue Nahrung geliefert.

Die US-Notenbank Fed ist nach Worten ihres stellvertretenden Chefs, Roger Ferguson, bereit, das US-Wirtschaftswachstum nachhaltig zu fördern. Zudem erwarte er relativ schnell eine konjunkturelle Belebung. Es sei noch zu früh, die Rezession in den USA als "mild" oder "ernst" zu bezeichnen. Ende voriger Woche hatte Fed-Chef Alan Greenspan eingeräumt, er sehe kurzfristig noch bedeutende Konjunkturrisiken.

Schwache Konjunkturentwicklung

In ihrem neuesten Konjunkturbericht ("Beige Book") berichtete die US-Notenbank (Fed) heute von einer weiter schwachen Konjunkturentwicklung im Zeitraum von Ende November bis zum 9. Jänner. Der Bericht dient der Notenbank bei ihrem Treffen Ende Jänner als wichtige Grundlage für ihre Zinsentscheidung.

Zuvor hatte das US-Arbeitsministerium mitgeteilt, die US-Verbraucherpreise seien im Dezember wegen sinkender Energiekosten überraschend zum Vormonat um 0,2 Prozent gefallen nach einem unveränderten Stand im November. Zugleich schrumpften Produktion und Kapazitätsauslastung der Industrie.

Vereinzelte Signale einer Belebung

Nach dem von der Federal Reserve Bank in Dallas erstellten Beige Book über die wirtschaftliche Entwicklung in den USA sind zwar vereinzelte Signale einer Belebung sichtbar geworden, doch ist der Konjunkturverlauf insgesamt weiter schwach geblieben. Während es noch Anzeichen für Vorsicht gebe, sind "vereinzelte Signale" einer konjunkturellen Belebung erkennbar", hieß es im Beige Book. Zahlreiche Wirtschaftskontakte der Fed rechneten ab Jahresmitte oder früher mit einer Erholung der Konjunktur. Auch zahlreiche Fed-Gouverneure äußerten sich am Mittwoch zuversichtlich über ein rasches Ende der Rezession.

Der Arbeitsmarkt sei schwach geblieben, wobei oft über sinkende Löhne und Bonuszahlungen berichtet worden sei, hieß es im Beige Book weiter. Die meisten der zwölf Fed-Distrikte erwarteten zudem sinkende Preise für die Mehrzahl der Waren und Dienstleistungen.

Spekulationen über Zinssenkung

Die anhaltend niedrige Teuerung bei schwacher Produktion hat Analysten zufolge die Spekulation der Finanzmärkte über weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Fed angeheizt. "Ich bin fest davon überzeugt, dass die Fed die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird", sagte Kurt Karl, Volkswirt beim Versicherungskonzern Swiss Re in New York.

Der die Geldpolitik der Fed bestimmende Offenmarktausschuss (FOMC) kommt am 29. und 30. Jänner zu seinem nächsten Zinstreffen zusammen. Die meisten Experten rechnen damit, dass die Fed dann die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte senken wird.

Schon auf 1,75 Prozent reduziert

Im vergangenen Jahr hat die US-Notenbank ihren maßgeblichen Zielsatz für Tagesgeld in 11 Schritten um insgesamt 4,75 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent reduziert, um der größten Volkswirtschaft der Welt wieder einen Schub zu verleihen. (APA/Reuters/vwd)

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