Peres weist EU-Forderung nach Bewegungsfreiheit für Arafat zurück

17. Jänner 2002, 06:36
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Erst nach Festnahme aller Schuldigen an Ermordung Rechavam Seevis

Jerusalem/Ramallah - Der israelische Außenminister Shimon Peres hat die Forderung des spanischen Außenministers und EU-Ratsvorsitzenden Josep Pique zurückgewiesen, Palästinenserpräsident Yasser Arafat wieder Bewegungsfreiheit zuzugestehen. Erst, wenn alle Hintermänner des Mordes an Tourismusminister Rechavam Seevi gefasst seien, werde der Hausarrest gegen Arafat aufgehoben, sagte Peres am Mittwochabend in Jerusalem.

Palästinenserorganisation hatte sich zu dem Mord im Oktober bekannt

Arafat bestätigte die Festnahme des Chefs der radikalen Palästinenserorganisation PFLP, Ahmad Saadat. In einem Interview mit dem israelischen Fernsehen sagte Arafat, mit der Festnahme Saadats erhoffe sich die Autonomiebehörde, dass die PFLP die Mörder Seevis ausliefere. Die radikale Palästinenserorganisation hatte sich zu dem Mord im Oktober bekannt, der zu einer Eskalation der Gewalt im Nahen Osten geführt hatte.

Bedingung für Beendigung des Hausarrestes

Tourismusminister Seevi sei "kaltblütig ermordet" worden und die Verantwortlichen hielten sich in Ramallah "in der Nähe von Arafat" auf, sagte Peres. Die israelische Regierung macht die Festnahme der Mörder Seevis sowie der Hintermänner zur Bedingung für eine Freilassung des Palästinenserpräsidenten, der seit rund sechs Wochen in seiner Residenz in Ramallah im Westjordanland de facto unter Hausarrest steht. Laut Pique ist Arafats Bewegungsfreiheit unerlässlich für den Nahost-Friedensprozess. Arafat sagte, Saadat sei erst jetzt festgenommen worden, weil er nach dem Mord an Seevi im Oktober untergetaucht sei. Seine Autonomiebehörde wolle, dass Saadat die Mörder Seevis ausliefere.

US-Regierung begrüßte die Festnahme Saadats

Die US-Regierung begrüßte die Festnahme Saadats als "Schritt in die richtige Richtung". Arafat müsse jedoch noch entschlossener gegen Extremisten vorgehen und die "terroristische Infrastruktur" zerstören, sagte US-Außenamtssprecher Philip Reeker in Washington.

Israelische Soldaten und palästinensische Polizei lieferten sich nach palästinensischen Angaben bei der Residenz Arafats in Ramallah einen Schusswechsel. Getötet worden sei niemand, die Armee habe sich in Panzerwagen der Residenz Arafats genähert.(APA)

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