Hartes Drogenurteil in Island

17. Jänner 2002, 10:47
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Zwölf Jahre Haft für Österreicher

Zu zwölf Jahren Gefängnis wurde dieser Tage der Österreicher Kurt F. wegen des Schmuggels von 67.485 Ecstasy-Tabletten verurteilt. Das ist das bis jetzt härteste Urteil in einem Drogenprozess in der Geschichte Islands.

F. wurde im September vorigen Jahres am Keflavík-Flughafen in Island verhaftet, nachdem Zöllner in seinem Gepäck die Drogen gefunden hatten. Die Tabletten waren im doppelten Boden seines Koffers versteckt.

Vom Inhalt im Koffer nichts gewußt

Kurt F. hat der Polizei und dem Gericht in Reykjavík gegenüber behauptet, dass er nicht gewusst habe, was sich in seinem Koffer befunden hätte. Er sei von Wien nach Amsterdam geflogen und habe dort einige Leute getroffen, die ihn gebeten hätten, einen Koffer nach New York mitzunehmen. F. gab an, nicht gefragt zu haben, was im Koffer sei.

Nach der Ankunft in New York sollte er 5000 US-Dollar (5662 Euro;/77.911 S) erhalten. Ein Sprecher der isländischen Polizei erklärte, dass F.s Geschichte unglaubwürdig sei und zweifellos nicht stimme. Der Österreicher müsse gewusst haben, dass er eine so große Drogenmenge transportiere.

Hartes Urteil - Höchstens acht Jahre erwartet

F. brach nach der Urteilsverkündung sichtlich geschockt zusammen, er und sein Anwalt hatten mit nicht mehr als acht Jahren Gefängnis gerechnet. Aber die isländischen Gesetze gegen Drogenschmuggel werden immer schärfer angewandt.

Der Österreicher muss auch die Verfahrenskosten in der Höhe von 3500 Euro tragen.

Er soll seine Strafe im Litla-Hraun-Gefängnis verbüßen, zusammen mit den gefährlichsten Schwerverbrechern des Landes. (DER STANDARD, Print, 17.11.2001)

Standard-Mitarbeiter Robert Robertson aus Reykjavík
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