"BBAG-Aktie absurd billig"

16. Jänner 2002, 16:08
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Britisches Investmenthaus sieht Kurspotenzial von 40 Prozent

Wien - Drei Tage vor dem Einzug der Aktie der österreichischen Brau Beteiligungs AG (BBAG) in den Wiener Leitindex ATX hat eine Analyse des britischen Investmenthauses Cazenove der BBAG-Aktie einigen Auftrieb gegeben: Cazenove hält das Papier für "absurd billig" und sieht kurzfristig das Kursziel sogar bei 70 Euro. Am Mittwoch nach 15.30 Uhr notierte BBAG mit 44,00 Euro, das war - bei hohem Handelsvolumen - ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Dienstag-Schlusskurs. BBAG war damit im bisherigen Verlauf umsatzstärkster Titel an der Wiener Börse. Auch die Aktie der Tochter Brau-Union erlebte am Mittwoch satte Kursgewinne.

"Außerordentlich billig"

Die Empfehlung für die BBAG laute auf "buy". Zweifellos rechtfertige das Faktum, dass die BBAG von ihren Eigentümerfamilien kontrolliert und das Papier damit in seiner Liquidität begrenzt sei, einen "angemessenen" Kursabschlag, räumt auch Cazenove ein. Trotzdem sei die Aktie außerordentlich billig.

Die britischen Analysten schätzen, dass die BBAG-Aktie heute zu Kursen gehandelt werde, die weniger als 60 Prozent ihres tatsächlichen Werts widerspiegelten. Dass Investoren fern blieben, mag nach Meinung der Briten auch am Mehrfachlisting innerhalb der Gruppe liegen: Die Eigentümerstruktur der BBAG sei derart komplex, dass sie einige Investoren von Engagements abhalte, weil es möglich sei, sich entweder an der BBAG oder an der ebenfalls börsenotierten Bierdivision Brau-Union zu beteiligen.

Hohe Finanzkraft

Neben SAB oder Interbrew habe die BBAG in den vergangenen Jahren zu den aktivsten Brauerei-Käufern in Zentral/Osteuropa gehört. Trotz milliardenschwerer Investitionen in Osteuropa weise der österreichische Konzern eine hohe Finanzkraft auf, schreiben die Cazenove-Analysten. Nach den Jahren massiver Investitionen in Akquisitionen dürfte sich der Konzern nun wieder darauf konzentrieren, organisch zu wachsen und seine Liquidität zu stärken. Die Nettoverschuldung, die sich Ende 2001 auf rund 223 Mill. Euro belaufen habe, sollte bis Ende 2004 unter 161 Mill. Euro zurück fallen. (APA)

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