Überreste einer möglicherweise 10.000 Jahre alten Kultur vor indischer Küste entdeckt

16. Jänner 2002, 16:37
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Bislang unbekannte neolithische Zivilisation im Meer versunken

Neu Delhi - Vor der indischen Westküste sind einem Bericht von PTI zufolge Überreste einer versunkenen Kultur entdeckt worden. Die 40 Meter unter dem Meeresspiegel begrabenen Funde könnten nach Radiokarbon-Messungen von Wissenschaftern aus einer Zeit 7500 Jahre vor Christus stammen, sagte Wissenschafts- und Entwicklungsminister Murli Manohar Joshi am Mittwoch.

Die Datierung bezieht sich auf einen Holzpfahl, der von Experten des Birbal Sahni Institute of Palaeobotany (BSIP) und des National Geophysical Research Institute (NGRI) untersucht wurde. Damit würde es sich auf jeden Fall um die bei weitem älteste neolithische Fundstätte Indiens handeln. Die ältesten bisher bekannten Spuren menschlicher Zivilisationen auf dem Subkontinent stammen aus dem Jahr 2500 vor Christus.

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Vor der Küste des Staates Gujarat im Golf von Cambay seien unbestätigten Angaben zufolge auch Überreste eines Innenhofs, einer Treppe und eines Tempels gefunden worden, weiters Baumaterial, Steine mit rechteckigen Löchern, Flechtwerk, Töpferwaren, Perlen, zerbrochene Statuen, ein versteinerter Kieferknochen und Zähne - so wird der Minister zitiert.

Per Echolot wurden auf dem Meeresgrund zudem die Umrisse eines neun Kilometer langen Flusslaufs geortet worden, an dessen Verlauf sämtliche geborgenen Funde entdeckt wurden. Minister Joshi kündigte die Bildung einer Arbeitsgruppe aus Experten von BSIP, NGRI, des National Institute of Oceanography, des Archaeological Survey of India und des Physical Research Laboratory an, welche die Daten weiter auswerten soll. Ziel sei es herauszufinden, warum die Kultur plötzlich im Meer versank. (APA/red)

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