E-Mails setzen Beschäftigte stärker unter Druck

16. Jänner 2002, 20:06
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Forschungsprojekt über Probleme des E-Business

Internet und E-Mails setzen Beschäftigte nach Ansicht des deutschen Arbeitswissenschafters Professor Hans Martin stärker unter Druck. "Elektronische Kommunikation macht Abläufe schneller und verkürzt die Zeitspanne für Entscheidungen", sagte der Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft an der Universität Kassel am Mittwoch in einem Gespräch mit der dpa. Probleme des "E-Business" sollen nun im Rahmen des Forschungsprojekts "e@rbeit" unter Leitung des Kasseler Instituts untersucht werden.

Bewährte Techniken

"Im Unterschied zur Kommunikation von Angesicht zu Angesicht kann man sich bei E-Mail-Kontakten nicht mehr auf bewährte Techniken zur Einschätzung des Gegenüber verlassen - etwa, was die Verlässlichkeit angeht", erläuterte Martin. Auch wenn Geschäfte per Handschlag lange der Vergangenheit angehörten, seien das direkte Gespräch und der Blick in die Augen für viele Menschen immer noch ein entscheidender Teil von Verkaufsverhandlungen. "Wir wollen herausfinden, inwiefern Befürchtungen berechtigt sind, dass elektronische Geschäfte deshalb zwangsläufig unsicherer sind."

Die Frage der Wirtschaftlichkeit

Neben einer menschengerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen im E- Business solle es in dem Forschungsprojekt auch um die Frage der Wirtschaftlichkeit gehen. Die Forscher wollen die Arbeitssituation in 20 Unternehmen der E-Commerce-Branche analysieren und danach am alternative Modelle entwickeln und erproben. Beteiligt sind neben Arbeitswissenschaftern, Psychologen und Wirtschaftsinformatikern der Universitäten Kassel und Heidelberg eine Rechtsanwaltskanzlei, ein Softwarehaus, Gesundheitsschützer und der Deutsche Gewerkschaftsbund. (APA/dpa)

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