Liste der Biedenkopf-Affären

16. Jänner 2002, 14:44
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Traumschiff, Dienstvilla, Ikea-Rabatt

Dresden - Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) hat wochenlangen Spekulationen ein Ende bereitet und für den 18. April seinen Rücktritt angekündigt. In den vergangenen Monaten war der 71-Jährige unter anderem durch Vorwürfe in der so genannten Paunsdorf-Affäre sowie einen umstrittenen Rabatt-Einkauf beim Möbelhaus IKEA unter Druck geraten. Ins Gerede gekommen war Biedenkopf aber schon vor längerer Zeit durch eine Reihe anderer Vorfälle, die zum Teil auch seine Frau Ingrid betrafen. AFP dokumentiert im Folgenden die wichtigsten Affären aus dem Hause Biedenkopf.

PAUNSDORF-AFFÄRE: Im August 2000 nahm ein Untersuchungsausschuss des Landtags die Arbeit auf, um die so genannte Paunsdorf-Affäre aufzuklären. Dabei geht es um die Anmietung eines Bürokomplexes in dem Leipziger Stadtteil Paunsdorf durch den Freistaat Sachsen. In dem Behördenzentrum sind unter anderem der Rechnungshof, das Leipziger Polizeipräsidium und das sächsische Staatsarchiv untergebracht. Gegen Biedenkopf wurde der Vorwurf erhoben, einen erhöhten Preis für die Anmietung des von seinem Kölner Duz-Freund Heinz Barth errichteten Gebäudes durchgesetzt zu haben. Nach Ansicht der SPD- und PDS-Opposition ist dem Land dadurch Schaden in mehrstelliger Millionenhöhe entstanden. Biedenkopf hat die Vorwürfe vehement bestritten.

MIETAFFÄRE: Biedenkopf geriet im Mai vergangenen Jahres wegen des Vorwurfs unter Druck, jahrelang zu wenig Miete für seine Dienstvilla bezahlt sowie Landespersonal und Dienstautos privat genutzt zu haben. Biedenkopf erklärte sich später bereit, 120.000 Mark (61.360 Euro) an die Staatskasse nachzuzahlen. Außerdem wurde die Kaltmiete für die Villa angehoben. Später zogen Biedenkopf und seine Frau Ingrid in eine angemietete Wohnung in Radebeul bei Dresden.

TRAUMSCHIFFAFFÄRE: Im Mai diesen Jahres wurde in der Presse der Vorwurf laut, Biedenkopf habe sich im September 1999 von einem befreundeten Bauunternehmer zu einem Gratis-Aufenthalt auf einer Luxus-Yacht in Monte Carlo einladen lassen. Zuvor habe er sich persönlich für die geschäftlichen Interessen des bayerischen Geschäftsmannes Max Schlereth eingesetzt. Biedenkopfs Sprecher erklärte dazu, der geplante Ausflug sei wegen technischer Probleme der Yacht ins Wasser gefallen, deshalb sei auch nichts bezahlt worden.

RABATT-AFFÄRE: Beim Einkauf in der Dresdner Ikea-Filiale setzte das Ehepaar Biedenkopf durch nachdrückliches Drängen einen Rabatt in Höhe von 15 Prozent durch. Obwohl der Vorgang für Aufsehen sorgte, weil das Möbelhaus in der Regel keinen Preisnachlass gewährt, verteidigte Biedenkopf sein Verhalten. Seiner Darstellung zufolge kam der Vorschlag für einen Rabatt von der Geschäftsführung. Der Preisnachlass sei einem karitativen Verein zugute gekommen.(APA)

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