Über tausend Stoßzähne gewilderter Elefanten in Tansania entdeckt

16. Jänner 2002, 14:27
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Seit Jahren größter illegaler Fund

Daressalam - Die seit Jahren größte illegale Ladung Elfenbein ist der Polizei im ostafrikanischen Tansania ins Netz gegangen. Wie ein Sprecher der Behörden in der Hafenstadt Daressalam am Mittwoch bestätigte, wurden dort 1.255 Stoßzähne gewilderter Elefanten sicher gestellt. Die Diebesbeute der unbekannten Wilderer sollte von dort verschifft werden. Zwei verdächtige Männer seien in einem Vorort der Stadt verhaftet worden. Unklar ist, woher das Elfenbein stammt.

Handel mit Elfenbein seit 1990 verboten

Obwohl der Handel mit Elfenbein seit 1990 nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites) verboten ist, gibt es in zahlreichen Ländern, insbesondere in Asien, dafür noch einen Markt. Auf der Cites-Konferenz 1997 in Harare (Simbabwe) hatten Namibia, Botswana und Simbabwe die Genehmigung für einen so genannten kontrollierten Handel erwirkt. Der eingeschränkte Schutz war im Jahr 2000 von den Cites-Delegierten noch einmal bestätigt worden. Seitdem hat auch Südafrika die Schutzkategorie für die Dickhäuter heruntergestuft. Im November dieses Jahres steht die erneute Abstimmung an.

In Tansania ist Großwildjagd noch immer erlaubt

"Die Beschlagnahmung von 1.255 Stoßzähnen muss endlich auch die Länder zum Aufwachen bringen, die immer noch glauben, dass der Bestand bestimmter Elefantenpopulationen langfristig gesichert ist", sagte ein Sprecher des Internationalen Tierschutzfonds. "Solange es einen Markt für Elfenbein gibt, wird er auch Wilderei und illegalen Handel fördern", betonte der südafrikanische Direktor der Organisation, Jason Bell, in Kapstadt.

Seit 1970 ist die afrikanische Elefanten-Population von zwei Millionen auf höchstens 600.000 Tiere geschrumpft. Anders als im Nachbarland Kenia ist kontrollierte Großwildjagd in Tansania nach wie vor erlaubt.(APA/dpa)

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