Bossi fordert bei Verurteilung Berlusconis Neuwahlen

16. Jänner 2002, 14:11
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Lega Nord-Chef: "Wir würden die Opposition vernichten und aufs Neue beginnen"

Rom - Der Chef von Italiens rechtspopulistischer Lega Nord, Umberto Bossi, ist der Ansicht, dass es zu Neuwahlen kommen müsste, sollte Regierungschef Silvio Berlusconi wegen Korruption verurteilt werden und deswegen zurücktreten. "Berlusconi ist vom Volk gewählt worden, keiner kann ihn ersetzen. Millionen von Italienern haben seinen Namen auf den Wahlzettel geschrieben", sagte Bossi im Interview mit der römischen Tagezeitung "Il Messaggero" (Mittwoch-Ausgabe).

Bossi, der in der Regierung Berlusconi den Posten des Reformenministers besetzt, erklärte, die Regierungskoalition hätte von Neuwahlen nichts zu befürchtet. "Wir würden die Opposition vernichten, Berlusconi würde 80 Prozent der Stimmen erhalten und wir würden alles aufs Neue beginnen. Die Opposition, die all den Wirbel um die Regierung nährt, würde maximal zehn Prozent der Stimmen erhalten", meinte der Lega-Chef.

Bossi schloss aus, dass sein umstrittener Justizminister Roberto Castelli, der in die Schusslinie der Mailänder Richter geraten ist, im Rahmen einer Regierungsumbildung ersetzt werden könnte. "Es könnte zu einigen Änderungen in der Regierung kommen, um einigen Personen mehr Raum zu sichern, die größere Sichtbarkeit beanspruchen. Die Änderungen werden jedoch nicht die Lega-Minister betreffen", sagte Bossi. (APA)

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    foto: ansa/alabiso
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