Gehrer legt Leopold-Stiftung Rückgaben nahe

16. Jänner 2002, 18:30
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Anlass war Grünen- Anfrage im Parlament

Wien - Im Zusammenhang mit dem jüngsten Restitutionsbericht, den Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (VP) im November 2001 präsentierte, brachten die Grünen eine Anfrage ein. In dieser nimmt Gehrer auch zum Leopold-Museum Stellung: "Ich habe mehrfach unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass es wünschenswert wäre, wenn die Stiftung Leopold hinsichtlich der Rückgabe von Kunstgegenständen analog zum Rückgabegesetz des Bundes vorgehen würde."

Bis dato aber veranlasste Rudolf Leopold keine Rückgaben: Derzeit werden zwei Prozesse geführt, die Erben nach Jenny Steiner verhandeln weiterhin erfolglos um die Herausgabe eines Bildes von Egon Schiele. Die Privatstiftung untersteht eben nicht dem Bildungsministerium, auch wenn der Bund vier der acht Vorstandsmitglieder nominiert und das Dirimierungsrecht hat: "Weisungen an Vorstandsmitglieder wären rechtswidrig, da diese ausschließlich den Bestimmungen des Privatstiftungsgesetzes bzw. dem Stiftungszweck verpflichtet sind", so Gehrer.

Eva Glawischnig, die Kultursprecherin der Grünen, schlägt Gehrer nun vor, eine Resolution zu veröffentlichen, in der Rudolf Leopold nahe gelegt wird, den Stiftungszweck abzuändern, um Rückgaben zu ermöglichen.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17. 1. 2002)

Von
Thomas Trenkler

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