Kapsch erhält Großauftrag in Chile

16. Jänner 2002, 12:55
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Neues Straßenmautsystem samt Onboard Units - Stillschweigen über Auftragswert

Der österreichische Telekomkonzern Kapsch (Wien) hat einen Großauftrag zur Errichtung eines Straßenmautsystems aus Santiago in Chile erhalten. Wie Kapsch am Mittwoch mitteilte hat das Unternehmen über die 100 Prozent-Tochter Combitech Traffic Systems Ende des Vorjahres den Zuschlag zur Errichtung von Mautstationen auf einem 40 Kilometer langen Straßenabschnitt - einer Ost-West-Verbindung im Herzen der Stadt Santiago - erhalten.

Auch Endgeräte kommen von Kapsch

Der Zuschlag umfasst auch die Endgeräte (Onboard Units), die im Fahrzeug angebracht werden. Die Installation erfolgt im Zeitraum Herbst 2002 bis Frühjahr 2003. Über den Auftragswert wurde Stillschweigen vereinbart. Der Auftrag sei aber "sehr groß", versicherte eine Sprecherin von Kapsch am Mittwoch.

Ein Viertel der Gesamtsystems

Konzessionsinhaber des Autobahnteilstücks ist die italienische Baufirma Impregilo, die durch Einhebung von Straßengebühren sowohl auf Pkw als auch Lkw den Bau und den Betrieb der Schnellstraße über einen Zeitraum von 30 Jahren finanzieren will. Der nun vergebene Auftrag deckt rund ein Viertel des in Santiago geplanten Straßenmautsystems ab.

Weitere Projekte ausgeschrieben

Die Errichtung von Mautsystemen auf der Nord-Süd-Verbindung sowie auf den Umfahrungsstraße von Santiago sind in drei weiteren Phasen ausgeschrieben. Kapsch hat sich auch für diese Projekte beworben. Im Endausbau - nach Realisierung der insgesamt vier geplanten Projektphasen - werden sich im laut Großraum Santiago mehr als eine Million Onboard Units im Einsatz befinden.

"Weltweite Akzeptanz"

"Der Zuschlag an uns ist ein deutliches Zeichen, dass Mikrowellen-basierte Lösungen, die den europäischen CEN-Standards entsprechen, weltweite Akzeptanz genießen", meinte der Leiter für Traffic Control Systems von Kapsch, Erwin Toplak. Kapsch bewirbt sich mit seiner Mikrowellentechnologie als Systemlieferant in zwei Konsortien (Autostrade und Strabag) auch um die Errichtung eine Lkw-Mautsystems in Österreich.

Kampf um österreichisches Mautsystem

Daneben sind dem Vernehmen auch noch ein Konsortium um die Deutsche Telekom-Tochter T-Systems (früher: Debis Systemhaus) und Daimler Chrysler, Siemens gemeinsam mit der OMV, der Mobilkom Austria und der deutschen Ages (Vodafone-Konsortium) sowie IBM - allesamt mit einem Mix aus der Handytechnologie GSM (Global System for Mobile Communications) und dem Satellitennavigationssystem GPS (Global Positioning System) - um die österreichische Lkw-Maut im Rennen.

Die Ausschreibung dafür ist noch im Laufen. Die Bewerbungsfrist endet am 8. Februar.(APA)

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