Scharfe Kritik der GPA-Salzburg

16. Jänner 2002, 12:08
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Regionalgeschäftsführer spricht von "unakzeptablem Anschlag auf Wirtschaft"

Salzburg - Es sei sicher notwendig, die Gewerbeordnung zu entrümpeln und teure Befähigungsnachweise für Skibars und Würstelbuden seien verzichtbare Schikanen, erklärte am Mittwoch der Regionalgeschäftsführer der GPA-Salzburg, Siegfried Pichler, in einer Aussendung. Der geplante Rundumschlag sei aber ein nicht akzeptabler Anschlag auf die Zukunft der österreichischen Wirtschaft und nimmt vor allem der Jugend jegliche Perspektive.

"Mit diesem Schritt wird nicht nur die Qualität der Betriebe drastisch sinken - vor allem Aus- und Weiterbildung werden im Handel und im Gastgewerbe künftig keinen besonderen Stellenwert mehr einnehmen. Wieso sollte sich auch jemand weiterbilden, wenn es gar nicht mehr notwendig ist, weil unter anderem keinerlei Befähigungsnachweise bzw. Prüfungen abzulegen sind", empörte sich Pichler.

"Amerikanisierung"

Dies sei ein "weiterer untauglicher Schritt, unsere Wirtschaftsstruktur und Arbeitswelt zu Amerikanisieren. In den USA und leider in vielen anderen Ländern auch finden sie keine ausgebildeten Facharbeiter mehr und deshalb sind unsere Fachkräfte aus Gastronomie und Gewerbe in der ganzen Welt so begehrt. In Schnellsiederkursen Angelernte gibt's überall zur Genüge.

Bisher war Qualität untrennbar mit Aus- und Weiterbildung sowie Befähigungsnachweisen, verbunden. Wenn es nach Wirtschafts- und Arbeitsminister (Martin) Bartenstein geht, und der angedachte Gewerberechtsvorstoß umgesetzt wird, ist es in Zukunft im Handel oder im Gastgewerbe lernen nicht mehr notwendig. Damit kann in Österreich jeder der möchte, ein Handelsgeschäft oder ein Gasthaus eröffnen, selbst auch dann, wenn jemand bereits mehrfach Konkurse produziert hat", schloss Pichler. (APA)

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