2500 Mäxchen in St. Marx

16. Jänner 2002, 11:47
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Am Rennweg, auf einem Teil des ehemaligen Schlachthofareals St. Marx, entsteht der neue Firmensitz von Max.mobil.

Max.mobil, Österreichs größter privater Mobilfunkbetreiber, bündelt seine derzeit auf sieben Standorte verteilten Mäxchen am Areal des ehemaligen Schlachthofs in St. Marx. Mit einer Gesamtinvestitionssumme von drei Mrd. S (218 Mio. EURO) ist der neue Firmensitz zwischen Rennweg, Südosttangente und den - derzeit leer stehenden - Schlachthallen das größte private Investment auf einer Einzelliegenschaft in Österreich, hält der Immobilienchef der Bank Austria, Bruno Ettenauer, im STANDARD-Gespräch fest.

Zum Vergleich: Von der Fläche (140.000 m²) her sei dies in etwa jene Größenordnung, die in Budapest jährlich verbaut wird, so Ettenauer, dessen Institut Miteigentümer der Liegenschaft und Investor ist. Bauträger und Liegenschaftseigentümer sind Stadt Wien (20 Prozent), Bank Austria, Wiener Städtische und die Raiffeisen Zentralbank (je 26,6 Prozent), die das Büro-und Geschäftszentrum im dritten Wiener Bezirk gemeinsam errichten.

Auch Hotel geplant

Der Geschäftsführer des Projekts, WED-Chef Thomas Jakoubek, bezifferte die Bruttogeschoßfläche mit 140.000 m². Nicht inkludiert ist ein Hotelprojekt der Porr-Tochter UBM, das derzeit aber noch nicht spruchreif sei, wie UBM-Chef Karl Bier betonte. Prominentester Mieter und wichtigster Kunde am Rennweg ist Max.mobil, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Telekom.

Ehe die Mäxchen ihren Firmensitz wechseln - das erste Baulos mit rund 55.000 m² soll im Herbst 2003 bezugsfertig sein -, ändert sich jedoch der Firmenauftritt. Wie berichtet, wird Max.mobil "auf Linie gebracht" und auf T-Mobile umgetauft. "Die Mäxchen bleiben selbstverständlich erhalten", versichert Max.mobil-Vorstandschef Georg Pölzl.

Das neue T-Haus

Von den rund 80.000 m² Büroflächen bevölkern die Mäxe 90 Prozent. Davon sind rund 10.000 m² für verbundene Unternehmen reserviert. Dazu gehören die Max.mobil-Schwestern T-Online (Internet), T-Systems, das frühere Debis-Systemhaus sowie die Handy- und Elektronikkette Niedermeyer. Da sich die T-Familie laufend vergrößert, wurden im 60 Meter hohen "T-Haus" gleich 10.000 m² an Erweiterungsreserve konzipiert.

Fehlen soll es den T-Mobile-Mäxen in dem vom Architektentrio Domenig, Eisenköck und Peyker konzipierten Geschäftspark an nichts: Ein Max.mobil-Flagshipstore, Geschäfte, Fitnessstudios, ein Kindergarten, Restaurants und Lokale sollen Abwechslung in das tägliche "Schuften" bringen. Für die verbleibende Fläche von 6000 bis 7000 m² sucht die Projektgesellschaft noch nach Mietern. Die Gemeinde Wien will am St.-Marx-Areal rund um das T-Haus eine Art Infotechnologie- und Biotech-Cluster ansiedeln, in dem 7000 neue Jobs entstehen.

Für die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ist übrigens gesorgt: Auf der anderen Seite des Rennwegs hält die bis dahin neu errichtete Flughafenschnellbahn (S7), mit den Linien 71 und 18 ist für die Anbindung an City und U-Bahn gesorgt. Außerdem entstehen auf dem Areal 900 Autostellplätze. Baubeginn soll im Februar sein, nach 18 bis 20 Monaten sind die Büros bezugsfertig.

Für Jakoubek ist das Projekt das erste Beispiel für die Verwertung brachliegender Betriebsflächen der Stadt Wien sei. Insgesamt stünden auf dem Areal St. Marx rund zehn Hektar Fläche zur Verfügung. Dem Vernehmen nach zahlen die Mäxe monatlich deutlich unter 200 S/m² Miete. Dafür haben sie einen 15 Jahre laufenden Mietvertrag und das Outfit der Liegenschaft maßgeblich mitgestaltet. (cr, ung; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.1.2002)

Mit einer Gesamtinvestitions-
Summe von drei Milliarden Schilling ist es österreichweit das größte private Investment in eine Einzelliegenschaft, sagen die Investoren nicht ohne Stolz.
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