Nigeria: Gewerkaschaft kündigt "verbotenen" Generalstreik an

16. Jänner 2002, 11:16
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Ausschreitungen erwartet Landesweite Sicherheitsvorkehrungen verschärft

Abuja - Im westafrikanischen Nigeria wächst nach der Androhung eines verbotenen Generalstreiks die Angst vor landesweiten Ausschreitungen. Aus Protest gegen die angekündigte Benzinpreisverteuerung durch die Regierung hatte der Gewerkschaftsbund des bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes für Mittwoch mit einer landesweiten Arbeitsniederlegung gedroht. Die Regierung von Präsident Olusegun Obasanjo hatte den Streik für illegal erklärt. Nach Aussagen von Regierungsvertretern wurden landesweite Sicherheitsvorkehrungen eingeleitet.

Im Niger-Delta werden täglich rund zwei Millionen Barrel Rohöl hauptsächlich für den Export gefördert. Dennoch herrscht im Land ständig Benzin-Knappheit. Die nigerianische Regierung macht dafür den niedrigen Preis verantwortlich. Sie will die bisherige Subventionierung des Benzinpreises streichen. Der derzeitige Preis für einen Liter Diesel liege mit rund 21 Euro-Cent weit unter dem Produktionspreis. Gegen den sich daraus ergebenden Preisanstieg von 18 Prozent protestiert die Bevölkerung seit Monaten.

Bereits am Dienstag hatten sich die Gouverneure der 36 Teilstaaten getroffen, um über Vorkehrungen für mögliche Ausschreitungen im Falle eines Generalstreiks zu beraten. Seit der Einführung der Zivilregierung im Mai 1999 sind in Nigeria rund 10.000 Menschen bei gewalttätigen Auseinandersetzungen ums Leben gekommen. (APA/dpa)

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