Die Cardinale für Herrn Lugner

17. Jänner 2002, 09:41
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Der Baumeister präsentiert eine Filmdiva als seinen heurigen Opernball-Stargast

Wien - "Also französisch kann i net - wenn wir jetzt vom Reden sprechen." Herr Lugner bereitet sich wieder einmal auf seinen noblichen Auftritt beim Society-Ereignis des Jahres vor. So etwa auch aufs Parlieren mit seinem heurigen "Opernball-Stargast", der Schauspielerin Claudia Cardinale: "Ein bisserl Italienisch könnt’ i, i hab ja Latein in der Schule gehabt." Drum baut Herr Lugner drauf, dass die Italienerin "ein bisserl Englisch kann". Jetzt lebe die Cardinale ja in Frankreich - da "wird man sich mit französischem Champagner gut feiern können". Und: "Ich hoffe, dass sie keine Probleme macht."

Die hatte ihm Frau Cardinale schon einmal gemacht, die Probleme. Als sie beim Opernball 2000 in Herrn Lugners Loge kommen sollte - und kurzfristig abgewunken hatte. Aber "da muss man die Kirche im Dorf lassen, sie hat ja nicht abgesagt, weil sie was gegen mich hat." Das war damals "wegen den EU-Sanktionen" und die seien jetzt "Schnee von Gestern".

So, wie sich auch die Opernball-Organisatorin Elisabeth Gürtler "nicht mehr anbiedern an die EU" müsse: "Wir brauchen keinen portugiesischen Präsidenten, keinen portugiesischen Wein - jetzt ist es wieder der österreichische Staatsball und das größte Ballfest der Welt."

Eigentlich "wollte Frau Cardinale ja ein paar Tage früher kommen und sich Wien anschauen. Aber ich hab ihrem Manager ausrichten lassen, sie soll erst am Tag vorher kommen, weil ich mit meiner Tochter in den Energieferien Ski fahren bin." Und Herr Lugner "wollte nicht, dass sie alleine in Wien ankommt". Hauptsach’ der Autogrammtermin in der Lugner City geht sich aus. Für den wird Frau Cardinale schließlich bezahlt.

Die "Tschaklin" (Tochter Jaqueline also) entwickle sich übrigens sehr gut; "letzten Samstag hat sie mich im Auto gefragt, was das Fernlicht ist - sie interessiert sich ja für alle Dinge". Was halt so konversiert wird, unter den Opernball-Gästen und bei einem Mann von Welt. "Ich bin kein Mann von Welt", betont da Herr Lugner. "Ich bin der Mann vom Mausi-Markt." (DER STANDARD, Print, 17.1.2002)

Roman Freihsl

FAKTENFAKTENFAKTEN Lugner und Opernball: Die Chronique Scandaleuse

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