Spanische Banken sind Opfer argentinischer Wirtschaftsreformen

16. Jänner 2002, 14:13
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Argentinische Zentralbank greift erstmals zur Stützung des Peso ein

Buenos Aires/Madrid - Die spanischen Banken zählen zu den größten Verlierern der Wirtschaftsreformen, welche die neue argentinische Regierung unter Eduardo Duhalde derzeit ausarbeitet. Allen voran die beiden spanischen Großbanken Santander Central Hispano (SCH) und die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), die zu den wichtigsten ausländischen Investoren in Argentinien zählen. Argentinien trägt rund fünf Prozent zum Gewinn der BBVA bei. Im Fall der SCH sind es etwa drei Prozent.

Dennoch scheint die aktuelle Krisensituation an den internationalen Börsen auch positive Auswirkungen auf den Banksektor zu haben. Das behauptet zumindest SCH-Generaldirektor José Manuel Maceda. Die derzeitige Börsenkrise und der Finanzskandal um das Verschwinden von umgerechnet 107 Mill. Euro (1,47 Mrd. S) in der spanischen Fondgesellschaft Gescartera haben Spaniens Großbanken begünstigt. Die Privat- und kleineren Geschäftskunden würden ihr Vermögen in der aktuellen Wirtschaftsflaute lieber sicherer anlegen. Hierbei kämen sie laut SCH von Börsenaktien und Fondgesellschaften weg und wieder auf die Großbanken zurück. In der aktuellen Krisensituation habe die spanische Großbank SCH doppelt so viel Vermögen zu verwalten wie im Jahr zuvor.

Peso verlor weiter an Wert

Die argentinische Zentralbank hat erstmals seit Aufhebung der Peso-Dollar-Anbindung zur Stützung der Landeswährung auf dem Geldmarkt interveniert. Die Zentralbank schlug am Dienstag (Ortszeit) für den Dollar einen Verkaufskurs von 1,70 Peso vor. Mit der Maßnahme solle die verstärkte Wertminderung des Peso gestoppt werden. Auf dem freien Markt verlor die argentinische Währung am Dienstag jedoch weiter an Wert. Ein Dollar kostete bis zu 2,05 Peso.

Die Regierung hatte zu Jahresbeginn die Eins-zu-Eins-Bindung des Peso an den Dollar aufgehoben. In den Wechselstuben des Landes wird der Kurs der argentinischen Währung nun jeden Tag neu festgelegt. Für den Außenhandel gilt jedoch ein fester Tauschwert von 1,40 Peso für einen Dollar. Mit der teilweisen Bindung des Peso wollte die Regierung die Folgen der Abwertung der eigenen Währung abmildern. (APA)

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