Düstere Stimmung in der deutschen EDV-Branche

16. Jänner 2002, 09:09
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Geschäftsklima auf dem niedrigsten Stand seit sieben Jahren

Bei den lange Jahre erfolgsgewohnten Softwarefirmen und EDV-Dienstleistern in Deutschland wird die Stimmung immer düsterer. Nur noch vereinzelt rechneten die Unternehmen mit einer positiven Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) nach der Befragung von 461 Unternehmen mit.

Am niedrigsten Stand seit Einführung der Umfrage

Ein Jahr zuvor seien noch zwei Drittel der Befragten optimistisch gewesen. Das Geschäftsklima bei den EDV-Firmen sei mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit Einführung der Umfrage vor sieben Jahren.

Unter fünf Prozent

Für 2002 rechnet das Institut aber zumindest noch mit einem Wachstum in der Branche. Dieses werde allerdings wie schon 2001 wieder unter fünf Prozent liegen. Im Jahr 2000 waren die Erlöse der Branche in Deutschland noch um neun Prozent auf 58,8 Mrd. Euro (809 Mrd. S) gestiegen. Im Vergleich zur deutschen Gesamtwirtschaft stehe die Branche aber immer noch recht gut da, erklärte das ifo.

Fehlende Aufträge

Dennoch mehren sich die negativen Signale. So habe im dritten Quartal 2001 nur noch knapp jedes vierte Unternehmen die aktuelle Lage als gut bezeichnet. Jeder zweite Testteilnehmer habe über fehlende Aufträge geklagt. Erstmals seit Einführung der Umfrage habe zudem die Zahl der Einstellungen nicht über der von Kündigungen gelegen.

Software und Beratungsdienstleistungen

Rund zwei Drittel des Branchenumsatzes in Deutschland entfallen laut ifo weiterhin auf die Entwicklung von Software und Beratungsdienstleistungen. In diesem Bereich sei der ohnehin spärliche Auftragseingang im zweiten und dritten Quartal des vergangenen Jahres fast gänzlich eingebrochen. Der Bestelleingang sei erstmals ins Negative gerutscht. (APA/dpa)

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