US-Taliban-Kämpfer vor Zivilgericht

15. Jänner 2002, 23:13
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Prozess wegen "Verschwörung gegen USA"

Washington - Der von den USA gefangen gehaltene US- Taliban-Kämpfer John Walker Lindh muss sich wegen "Verschwörung gegen die USA" vor einem Zivilgericht verantworten. Dies teilte am Dienstag ein Mitarbeiter des US-Bundesgerichts von Alexandria im US- Bundesstaat Virginia mit. Dem Mann solle wegen "bewusster Teilnahme an einer Verschwörung zum Tod von US-Bürgern außerhalb der USA" der Prozess gemacht werden.

Die US-Behörden entschieden sich damit gegen ein Verfahren vor einem Militärgericht. Dem US-Bürger, der zuletzt auf einem US- Militärschiff vernommen wurde, droht bei einer Verurteilung die Todesstrafe. Walker, der sich seit seiner Bekehrung zum Islam Abdul Hamid nennt, kämpfte an der Seite der Taliban und überlebte die blutig niedergeschlagenen Revolte in einer Festung bei Masar-i- Sharif.

Er wurde dort am 1. Dezember festgenommen und von der Nordallianz an die US-Truppen ausgeliefert. Die USA waren bisher ratlos, wie sie mit dem jungen Taliban-Söldner verfahren sollen. (APA)

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