Olympische Ringe aus lebenden Nervenzellen geformt

15. Jänner 2002, 21:54
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Bioingenieure demonst-
rieren Fortschritt der biomedizinischen Wissenschaft

London - Mike Manwaring, Bioingenieur am Keck Center for Tissue Engineering der University of Utah, hat aus lebenden Nervenzellen die Olympischen Ringe geformt. Die biologische Version des Symbols für sportliche Exzellenz misst 3,4 Millimeter im Durchmesser. Zweck der "lebenden Ring"-Konstruktion war es, der Öffentlichkeit den weit fortgeschrittenen biomedizinischen Forschungsstand zu zeigen ebenso wie die Olympischen Spiele sportliche Höchstleistungen demonstrieren.

Der Körper jeder Nervenzelle, unter dem Mikroskop als strahlende rote Punkte der Ringe zu sehen, misst 20 Mikrometer (ein Millionstel Meter) oder umgerechnet zwei Fünftel der Breite eines Haares. Jede Nervenfaser oder in der Fachsprache Axon in den Ringen ist ein Mikrometer breit. Dies entspricht einem 50-stel einer Haaresbreite. Die Nervenzellen stammten von Ratten. Die Zellen wurden mit einer fluoreszierenden roten Farbe markiert, so ein BBC-Bericht.

Wissenschaftler hoffen, dass mithilfe neuer Zelltechnologien geschädigte Nerven wieder verbunden werden können. Dadurch würde die Behandlung von Patienten mit traumatischen Gehirn- und Rückenmarksverletzungen möglich werden. Im Tierversuch ist dies bereits gelungen. Gelähmte Ratten konnten durch gezüchtete Nervenzellen teilweise wieder Bewegungen ausführen. Ein Einsatz derartiger Methoden beim Menschen könne aber noch Jahre dauern, schließen die Forscher. (pte)

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