Japan entwickelt Minenräum-Roboter für Afghanistan

16. Jänner 2002, 12:56
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Räumung von bis zu zehn Millionen Minen könnte zehn Jahre dauern

Tokio - Japan will nach Informationen der Nachrichtenagentur Kyodo einen Minenräum-Roboter für Afghanistan entwickeln. Er solle ab nächstes Jahr eingesetzt werden, berichtete Kyodo am Dienstag unter Berufung auf das Ministerium für Wissenschaft und Technik. Sieben Spezialisten hätten den Auftrag, den Roboter so zu konstruieren, dass er den Ausfall mehrerer Systeme verkraften könne. Gedacht werde an ein Gerät, dass sich auf sechs Beinen oder kriechend wie eine Schlange fortbewege.

In mehr als 20 Jahren Krieg sind nach UNO- Schätzungen in Afghanistan fünf bis zehn Millionen Minen gelegt worden. Täglich töten oder verletzen sie im Durchschnitt zehn Menschen.

Im vergangenen Monat wurde in Tokio die internationale Wiederaufbau-Konferenz für Afghanistan vorbereitet. Die Delegationen befassten sich auch damit, wie die Minen geräumt werden können, die zumeist aus den zehn Jahren der sowjetischen Besatzung bis 1989 stammen. Die Fachleute schätzten, dass es bis zu 450 Millionen Euro kosten und sieben bis zehn Jahre dauern wird, sie unschädlich zu machen. Das Minenräum-Programm soll nach Kyodo-Informationen bei der Wiederaufbau-Konferenz nächste Woche in Tokio vorgestellt werden. Japan, die USA, Saudiarabien und EU teilen sich den Konferenzvorsitz. (APA)

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